Vorsicht bissiges Reh

So, nun ist er da, der letzte Abend. Morgen, also Sonntagabend um 23:30 geht der Flieger ueber Dubai zurueck.

In den letzten zwei Tagen hab ich viel gemacht, was ich letztes Jahr schon gemacht habe, weil ich die Herbstbaeume noch mal sehen wollte und wusste, dass es voll wird. Da war es nicht so schlimm, weil ich es ja schon mal gesehen habe.
Gestern war ich dann also in Nara in Begleitung zweier Australierinnen. In Nara gibt es eine riesigen Park, in dem einige Schreine und Tempel liegen, und ich dem einige dutzend Rehe frei herumlaufen. Diese sind zahm und man kann Futter fuer sie kaufen und sie kraulen.

Wenn man die Reh-Kekse aber in der Hand hat, koennen sie ziemlich aufdringlich werden, und einem mit dem Kopf stossen. Zum Glueck werden den Boecken die Hoernen gestutzt. Eins hat mich sogar in den Bauch gebissen, und ich kann mich echt nicht erinnern, jemals einen blauen Fleck wegen Reh-Biss gehabt zu haben.

Da es traumhaftes Wetter war, war es dementsprechend voll, viele Touristen und auch viele Schulklassen, zumindest um die Hauptattraktionen rum. Dazu gehoeren der Tempel mit dem riesigen Buddha, der auch wirklich sehr beeindruckend ist. Die japanischen Schulkinder bekommen es wohl als Aufgabe, Auslaender zu interviewen, wo man herkommt, was einem in Japan gefaellt usw. Finde ich eigentlich eine tolle Idee, um Englisch zu ueben, und schon auch schon mal Weltoffenheit.

Je weiter man in den Park reinlaeuft, umso leerer wird es, und man kann sich in Ruhe die kleineren Schreine ansehen. In einem weiteren Schrein, der allerdings wieder ziemlich voll war, gibt es hunderte Laternen aus Metall und Stein zu bewundern.

Zwischendrin kann man wieder Stopps machen, was essen und natuerlich allen moeglichen Krimskrams kaufen. Und ueberall laufen die Rehe rum, was wirklich schoene Fotomotive ergibt.

Heute ging es zu Kiyomizu dera, einem Tempel hier in Kyoto, und von da aus durch ganz alte Gassen und Strassen mit sehr schoenen alten Haeusern zu einem weiteren Zen-Tempel.
Kiyomizu dera ist eigentlich beruehmt fuer die groesse Terasse ueber einem kleinen Tal, aber leider wird die gerade renoviert.

Dafuer gibt es eine Quelle, wenn man aus der trinkt, dann wird man alt, oder gesund, oder gluecklich, so genau habe ich das nicht rausgefunden. Spielt auch keine Rolle, denn ich hatte keine Lust, mich in die lange Schlange zu stellen. Sondern hab lieber die Aussicht genossen.

Nun ist mein Koffer gepackt, und ich bin ganz optimistisch, dass er noch zugeht. Morgen werde ich noch ein paar kleinere Sachen anschauen, bevor es dann abends zum Flughafen geht.

Ich freue mich total, dass Ihr mich hier verfolgt habt, und freue mich auf die naechste Reise. Gerne wieder Japan.

 

Origami-Kraniche

Hiroshima ist natuerlich gepraegt von der Atombombe, die 1945 ueber der Stadt abgeworfen wurde und sie fast komplett zerstoert hat. Als eins der wenigen Gebaeude ist dieses stehengeblieben, das heute als Atom bomb dome bezeichnet  und als Mahnmal so erhalten wird, wie es direkt nach der Explosion ausgesehen hat.

Direkt daneben befindet sich ein Park mit weiteren Mahnmalen und Gedenkstaetten, sowie einem Museum. Das ganze ist sehr beruehrend, und es ist bewegend zu sehen, wie die Erinnerung daran erhalten wird. Also befanden sich auch dutzende Schulklassen dort, die Ketten aus Origami-Kranichen an die Mahnmale gelegt haben als Zeichen des Friedens.

Auf dem Weg zur Burg bin ich dann zufaellig ueber ein Ramen-Fest gestolpert. Ramen ist eine kraeftige und sehr leckere Nudelsuppe und jede Region in Japan hat ihr eigenes Rezept (vermutlich jeder Koch in Japan).
Man hat sich dann fuer ca. 6 Euro ein Ticket gekauft, mit dem man an einem der 10 Staende sich ein Topf Suppe kaufen konnte, und hat noch ein paar Cent fuer Toppings bezahlt. Leider hoerte es da mit Englisch auf, aber immerhin habe ich das bekommen:

Wie isst man das nun ohne Loeffel? Man haelt sich die Schuessel unter die Nase, stopft mit den Staebchen Nudeln in den Mund und schluerft die hoch. Wie man das schafft, ohne nachher duschen zu muessen ist mir allerdings immer noch ein Raetsel. Die Bruehe trinkt man nachher direkt aus der Schale.
Es gab ausserdem noch einige Staende, wo es andere Leckereien habe, und zum Glueck gab es Kostproben, so dass man die ganz komischen und/oder glibberigen gleich aussortieren konnte.
So konnte ich mir dann noch die sehr kleine Burg anschauen, die, wenn man die grossen Burgen in Himeji und Osaka schon gesehen hat, nicht besonders spektakulaer war.

Ausserdem taten mir immer noch die Beine vom Tag davor weh, so dass ich lieber ebenerdig weiter zum Garten um die Ecke gegangen bin. Der war sehr schoen, es gab einen Teich mit Koi-Karpfen, die man fuettern konnte und viele Herbst-Baeume. Auf einmal kreischten vor mir ein paar Japanerinnen und dann sah ich die ca. 1 m lange schwarze Schlange ueber den Weg kriechen und sich in einen Busch winden. Ich frage mich wirklich, wie eine Schlange mitten in Hiroshima ueberleben kann, aber lieber hier als am Tag davor auf dem Berg.
Danach ging es dann mit dem Shinkansen zurueck nach Kyoto.
Heute Morgen habe ich dann zwei touristische Highlights abgehakt, zuerst den goldenen Tempel.

Dementsprechend voll was es auch, und ich hatte noch das Pech, zusammen mit einer chinesischen Gruppe und einer riesigen Horde Schulkinder anzukommen. So wurde ich mehr oder weniger durchgeschoben. Zum Schluss gab es dann aber die Info, dass das Ticket fuer den ganzen Tag gilt, und so konnte ich noch eine Runde machen, diesmal war es etwas leerer, so dass ich auch mal stehen bleiben konnte, um Fotos zu machen.
Danach ging es zum Nishiki-Markt, eine ueberdachte Strasse, die aus vielen Geschaeften, Restaurants und Staenden besteht. Es gibt dort alles moegliche, viele Meeresfruechte, japanische Messer, Gewuerze, Tee, … Sehr interessant zu schauen, aber ich habe vom Oktopus am Spiess abgesehen, weil Meeresfruechte einfach nicht meins ist.
Zum Schluss habe ich mich dann noch durch die Shopping-Meilen treiben lassen, und bin gerade sehr froh um meinen grossen Koffer und die 30 kg, die ich mitnehmen darf.

Was heisst Hoehenangst auf Japanisch?

Heute frueh ging es mit dem Shinkansen, also dem Schnellzug von Ktyoto nach Hiroshima.

Der Shinkansen hat ein eigenes Streckennetz und durchschnittlich im Jahr nur ein paar Minuten Verspaetung, und das vermutlich auch nur wegen Erdbeben oder so. Und er ist auch deutlich geraeumiger als ein ICE. Nur ist es leider ziemlich teuer, und fuer die anderthalb Stunden habe ich 80 Euro fuer einen Weg bezahlt. Zum Vergleich, fuer eine halbe Stunde Bummelzug in Kyoto habe ich 3 Euro bezahlt.
Vom Hauptbahnhof Hiroshima bin ich dann gleich weitergefahren mit dem Zug zum Faehranleger nach Miyajima, meinem Ziel fuer heute. Miyajima ist eine Insel, die in der japanischen Inlandsee liegt. Es gibt dort einen Schrein, der auf Stelzen direkt am Strand im Meer steht, und ein paar dutzend Meter davor liegt das grosse tori, dass natuerlich viele Touristen anlockt.
Ausserdem laufen hier viele Rehe frei herum, die ganz zahm sind und gerne alles an einem ankauen, was gerade vor ihrer Schnauze ist, wie zum Beispiel meine Kapuze. Sie eignen sich aber auch gut fuer schoene Fotomotive…

Nach einer Tour durch den Schrein bin ich zur Seilbahn gelaufen, die mich auf den 530 m hohen Berg Misen gebracht hat. Ich bin nicht so ganz schwindelfrei, wodurch das schon eine kleine Herausforderung war. Ich habe versucht, meinen japanischen Mitreisenden meinen leicht angespannten Gesichtsausdruck zu erklaeren, bin aber daran gescheitert. Denen machte das naemlich nichts aus.

Oben angekommen ging es dann noch einige Hoehenmeter zum Gipfel weiter, wo natuerlich ein Tempel lag. Der Ausblick war natuerlich fantastisch, nur leider war die Sicht nicht so gut.

Runter wollte ich dann laufen, sollte eine Stunde dauern. Also ging es ueber steile und unebene Stufen herunter. Ich hatte mir das eigentlich so wie in den Schreinen in Kyoto vorgestellt, wo alle paar 100 m eine Raststelle mit Essen und Trinken ist. Nicht aber hier, und es war weit und breit kein anderer Mensch in Sicht. Es war bereits 15 Uhr, und um 17 Uhr wird es dunkel. Und als ich dann auch noch Schilder gesehen habe, die vor einer toedlichen Viper warnen, schwante mir, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, hier alleine runter zu klettern.
Allerdings, hoch haette ich nicht mehr geschafft, und runter war noch ein weiter Weg. Also ging es weiter runter, und ich war dann ziemlich froh, als ich irgendwann auf zwei franzoesische Geologen stiess. An die hab ich mich dann drangehangen, und irgendwann kamen wir dann auch unten an. Und die 500 Hoehenmeter, die zu 90 Prozent ueber Treppen bewaeltigt werden, habe ich dann aber doch etwas in den Beinen gemerkt.
Trotzdem war es wirklich sehr schoen, es gab tolle Wasserfaelle und Ausblicke zwischendrin und eine unberuehrte Natur (ohne Schlangen). Am Ende gab es noch einen sehr schoenen Tempel, und dann war ich froh, wieder am Strand zu sein.

Inzwischen war Ebbe und das tori lag trocken, so dass man hinlaufen konnte, und als die Daemmerung eingesetzt hatte, war es auch schoen beleuchtet.
Nun bin ich in Hiroshima im Hostel und morgen werde ich die Stadt erkunden, bevor es nach Kyoto zurueck geht.

Fisch, Fleisch oder Pflanze?

Mit dem Zug ging es heute in den Nordwesten Kyotos, der auch von Huegeln umrandet wird. Nach einigem Suchen (und einem Zwischenstopp in einem Tempel) stand dann ein Highlight auf dem Programm. Zumindest dem Reisefuehrer und den Menschenmassen nach. Naemlich der Bambuswald von Arashiyama. Dort angekommen war ich aber ziemlich enttaeuscht. Der Wald ist ziemlich klein, es geht ein Weg durch, der keine 200 m lang ist, und der ist auch wirklich gut gefuellt mit Menschen. Ich habe zum Beispiel im Fushimi-Inari-Schrein groessere und schoenere Bambus-Waelder gesehen, und die hatte ich fuer mich alleine.

Ich bin heute wieder eine Tour aus meinem Reisefuehrer abgelaufen, die mich dann aus dem Bambus-Wald hinaus und am Fuss der Huegel entlang gefuehrt hat. Wirklich sehr schoen, die Gegen dort ist sehr gruen, nur kleine Haeuser und, Ihr ahnt es, viele Tempel und Schreine, die in die Huegel hineingebaut sind.
Das heisst, wunderschoene Ausblicke, die man sich aber auch erst erarbeiten muss.

Ich liebe ja den japanischen Ahorn sehr, und so langsam wandel ich mich auch zu einer begeisterten Ahorn-Fotografin, die jeden rotgefaerbten Baum ausgiebig knippst. Es sieht aber einfach auch zu schoen aus.

Auch hier gab es ueberall kleine Stopps, wo man draussen sitzen und eine Kleinigkeit essen und trinken kann. Zuerst gab es Reismehlbaellchen am Spiess mit suesser Soja-Sauce, dazu Matcha-Tee. Spaeter hab ich dann in einem kleinen Restaurant gegessen, und irgendwas bestellt. Heraus kam das:

Ich wusste wirklich nicht mehr, was das war, was in der Bruehe schwamm. Es war irgendwie schwammig und der Geschmack war nicht identifizierbar. Irgendwas roehrenfoermiges kam mir arg verdaechtig vor, und ich habe schon befuerchtet, dass das Darm, Luftroehre oder sonstwas ist. Zum Glueck kamen dann Touristen mit einem japanischen Fuehrer rein. Der hat mir dann erklaert, dass das eine Art Teig aus Fisch und Mehl ist. Naja, dann ging es.

Auf dem Weg lagen noch ein paar sehr schoene Toepfereien und ich habe mich tatsaechlich beherrschen koennen und hab nur in einer was gekauft. Obwohl es mir fast das Herz zerrissen hat.
Nach ein paar weiteren Tempeln und der Huette eines Dichters in den Huegeln wurde es dann auch langsam schon dunkel, weil die Sonne irgendwann hinter den Huegeln verschwindet. Die Touristen hatte ich schon lange hinter mir gelassen und irgendwie hatte ich den letzten Tempel der Route gefunden. Irgendwann hoert es dann auch mit englischen Schildern auf. Der hatte dann einen sehr schonenen Bambuswald, der dem anderen in nichts nachstand – nur leer war bis auf mich.

Daneben lag dann die Bushaltestelle. Da die Gegend inzwischen schon ziemlich abgelegen war, konnte ich nur hoffen, dass auch ein Bus da haelt in den naechsten Stunden. Zum Glueck sind die Zahlen ja die gleichen wie bei uns, und so konnte ich zumindest erkennen, dass in 15 Minuten ein Bus kommt. Der kam dann auch auf die Minute genau um die Ecke. Und da der Busfahrer mich ja einwandfrei als Touristin identifizieren konnte, bruellte er dann auch an einer der naechsten Stationen durch den Bus, dass hier eine Bahnstation ist. Da konnte ich dann in den Zug zum Hauptbahnhof umsteigen, wieder mal mit der Erkenntnis, dass es in Japan einfach immer irgendwie klappt.

Morgen geht es fuer eine Nacht nach Hiroshima. Shinkansen fahren, yeah!

 

Keine Geisha

Leider ist das WLAN hier im Hostel nicht so stabil, daher kommt erst jetzt ein update. Am Freitag habe ich mir (mit einem Stop bei einem Schrein) den Kaiserpalast und den umliegenden Park angeschaut. Zwar wohnt der Kaiser nun in Tokio, aber Kyoto war frueher die Hauptstadt Japans. Der Palast liegt in einem grossen, nicht sehr spektakulaerem Park. Der Palast selbst liegt hinter hohen Mauern, man kann aber eine Tour ueber das Gelaende machen und sich die Gebaeude von aussen ansehen. Auch das war nicht besonders bemerkenswert (wenn man schon einige Tempel gesehen hat, die aehnlich aussehen). Im Park liegt aber auch das Gaestehaus, wo Staatsgaeste empfangen werden, und das ist relativ neu und im uebertrieben japanischem Stil gebaut. Was wirklich schoen ist! Ausserdem gibt es einen kleinen Garten, der auch nur nach Anmeldung zu besichtigen kann. Warum man allerdings den Pass vorzeigen musste, war mir nicht ganz klar. Dafuer war es umsonst. Dort gab es dann eine Fuehrung auf Japanisch, aber der Garten selber ist wirklich sehr schoen. Ich war immer hinter der Gruppe wegen Fotografieren, aber ein grimmiger Aufseher in Uniform hat mich und die anderen Nicht-Japaner vor sich her gescheucht

Der Park wird viel von Japanern fuer Picknick in der Mittagspause genutzt, und um die Ecke habe ich eine fantastische franzoesische Baeckerei gefunden, mit Brot, das viel besser war als was ich in der letzten Zeit in Deutschland gefunden habe.

Abends bin ich dann am Fluss bis Downtown Kyoto gelaufen und habe mir noch ein paar schmale und volle Gassen mit Restaurants und Kneipen angeschaut. Das ist mir aber doch eindeutig zu wuselig.

Gestern brauchte ich dann wirklich eine Pause von Tempeln und Schreinen, und so ging es durch die Shopping-Malls, inklusive Staebchen-Abteilung.

Abends war ich in Gion, dem Vergnuegungsviertel, wo es unzaehlige schicke und teure Restaurants gibt, und wo unfassbar gutaussehende und schicke Japaner und vor allem Japanerinnen rumlaufen. Manchmal soll man dort auch Geisha sehen, aber leider lief mir keine ueber den Weg. Das Viertel ist aber auch so sehr schoen, viele alte Haeuser und verwinkelte Gassen. Und wenn dann noch ein paar elegante Frauen in wunderschoenen Kimonos vorbeitippeln…

Hin kommt man uebrigens ueberall gut mit der U-Bahn hin, und vielleicht faellt Euch ein oder zwei Unterschiede zur U-Bahn in Deutschland auf…

So ganz kam ich um die Schreine aber nicht drumherum… In Gion liegt auch ein grosser, und der und der Garten drumherum waren jetzt zum Herbst besonders beleuchtet. Toll zum Fotografieren, und so habe ich auch ein Konzert mit Klavier und einer Art Geige miterlebt. Gespielt wurden japanische Folkslieder, denke ich, denn die alten Damen neben mir sangen die ganze Zeit mit.

Heute ging es dann in den botanischen Garten, wo es einen Flohmarkt geben sollte. Der war dann aber ein Kunsthandwerkermarkt, was aber auch nicht so schlimm war 🙂 So bin ich endlich zu meiner getoepferten Matcha-Schale gekommen, die sich nun in meinen Koffer zu dem ganzen anderen Krams kuscheln kann, den ich schon gekauft habe.

Der botanische Garten an sich ist nicht wahnsinnig sehenswert, aber was dort veranstaltet wird, schon. Japaner haben irgendwie immer was zu zun, entweder machen sie Sport, fotografieren, zeichnen, malen, oder sitzen und lesen. Es gab eine Chrysanthemen- und Bonsai-Ausstellung (die vierte seitdem ich hier bin), auf einer Buehne spielte jemand japanische Popsongs. Also war viel los, und nachdem ich mir an einem der obligatorischen Fress-Staende was geholt habe, hat es einfach nur Spass gemacht, in der Sonne zu sitzen und dem Treiben zuzusehen.

Auf dem Rueckweg habe ich dann noch ein paar Zen-Tempel mitgenommen, die um die Ecke lagen. Aber da wirklich jeder einzelne Eintritt haben wollte, habe ich mich dann doch nur auf einen beschraenkt.

Stufen zum Sojabohneneis

Inzwischen ist es richtig warm geworden und die Sonne scheint seit Tagen wolkenlos. Daher nutze ich das Wetter hauptsaechlich draussen und besuche weiter Tempel und Schreine und Gaerten.

Gestern stand dann eins der Highlights Kyotos, wenn nicht Japans auf dem Programm, der Fushimi Inari Schrein. Dieser ist bekannt fuer seine tausenden tori, also Tore, die meist am Eingang von Schreinen zu finden sind. Hier stehen sie aber entlang der Wege bis zum Gipfel des Berges, teilweise so dicht, dass man wie durch einen orangenen Tunnel laeuft.
Man folgt also nach dem Hauptschrein den verschlungenen Wegen, die sich hinaufwinden, und kann auch immer wieder links und rechts abbiegen, um den Massen zu entgehen. Dadurch findet man aber kleine versteckte Schreine und huebsche kleine Bambuswaelder. Zum Glueck gibt es auch oft genug kleine Restaurants, wo man gruenen Tee mit Waffeln gefuellt mit roter Bohnenpaste, Softeis mit Sojabohnengeschmack und Erdnusskekse kaufen kann. Und es gab auch ueberall die ueblichen Getraenkeautomaten, was wirklich praktisch ist.

Das ganze ist ziemlich anstrengend, und um zum Gipfel zu kommen, muesste man mindestens drei Stunden die Stufen hochsteigen. Ich habe zwischendrin aufgegeben. Aber da ich so viel rechts und links gelaufen bin, hat es mir dann auch gereicht.
Es gibt uebrigens ziemlich fiese Spinnen in Japan, die zwar ungiftig sind, aber nicht so aussehen, mit ihren ca. 2-3 cm langen Koerpern in Giftgruen. Heissen Nephila clavata, im japanischen Prostituierten-Spinne. Sie bauen riesige dreidimensionale Netze ueber mehrere Meter und es macht das Fotografieren im Wald nicht gerade angenehmer.

Heute wollte ich dann was ohne Stufen machen und war erst im Tempel Tofuku-ji, der einen sehr schoenen Garten hat und bekannt ist fuer das Herbstlaub des Japanischen Ahorns. Die ersten Baeme zeigten schon rote Blaetter, dementsprechend standen drumherum viele Japaner, die das ganze ausfuehrlich fotografiert haben.

Ausserdem gab es noch ein paar Gebaeude zu besichtigen mit schoenen Zen-Gaerten, also aus geharkten kleinen Steinen mit grossen Steinen drin. Leider kostet jeder Tempel und jeder Garten meist Eintritt. Zwar immer nur 2-4 Euro, aber auf Dauer kommt da schon was zusammen.
Dies ist das Tor des Tempels. Die Groesse ist auf dem Bild schwer zu erkennen, aber ich wuerde mal schaetzen, es ist so hoch wie vier Stockwerke.

Da zu einem grossen Tempel immer ein paar kleinere Sub-Tempel gehoeren, habe ich die gleich noch mitgenommen und habe es heute etwas ruhiger angehen lassen.