Im Eierkocher

Nun ist er da, der letzte Abend in Japan. Ich habe ihn so verbracht wie ich vor vier Jahren den ersten Abend auf meiner ersten Japanreise verbracht habe. Ich war im Nacht und Shoppingviertel von Osaka das überquillt mit Menschen, Geschäften, Neonreklamen, Restaurants und kneipen. Es war seltsam, wieder da zu sein, da ich mich noch gut an dieses überwältigte Gefühl vor vier Jahren erinnern kann, auf einem fremden Planeten gelandet zu sein. Heute ist mir Japan vielleicht ein wenig vertrauter, aber das überwältigte Gefühl bleibt zum Glück.

Meinen zweiten Tag in Beppu habe ich im Onsen Ebisu verbracht. Morgens bin ich mit dem Bus hoch in die Hügel gefahren am Rand der Stadt, wo ich in der Touristen Informationen erfahren habe, dass dort ein besonders schöner unten sein soll. Von außen eher unscheinbar, erwartete mich in drin eine erschrockener Japanern. Hier tauchen wohl nicht zu oft Ausländer auf. Mithilfe des Google Translators ich dann den Eintritt bezahlt, und noch Handtücher und Bekleidung ausgeliehen. Dann ging es zum umziehen beziehungsweise ausziehen und dann nach draußen, wo sich die verschiedenen Becken mit dem Thermalwasser befanden. Die Quelle hier war besonders schwefelhaltig. Das Wasser war wirklich trüb und Weiß mit einem blauen Schimmer. Am Rand des Beckens, der aus großen runden Steinen bestand, hatten sich die Mineralien abgesetzt. Ich stieg hinein und genoss das heiße Wasser in dem man es gut aushalten konnte. Weniger angenehm war der Schwefelgeruch, der ungefähr so riecht wie ein altes gekochtes Ei. Aber es war nicht so schlimm wie erwartet beziehungsweise in der Touristen Information angekündigt. Neben diesem Becken gab es noch ein zweites mit dem gleichen Wasser. Außerdem eine Art Whirlpool, drei Kübel mit anderen Thermalwasser in die man sich setzen konnte, sowie ein Raum mit Saunakabinen. Das waren kleine Kabinen die man sich hinein setzen konnte dann schloss man die Türen vor sich, und oben schaute der Kopf heraus. Von unten aus dem Boden strömte warme Dampf, der mit Kräutern versetzt war. Um mich herum waren die Grünen Hügel und der blaue Himmel, es war angenehm kühl, so dass man auch nicht zu sehr ins schwitzen kam. So hatte ich mir das vorgestellt. Zwischendrin kam immer wieder Japanerinnen rein, denn an diesem Tag war das Gelände außen nur für Frauen reserviert. Ich bin ungefähr dort 2 Stunden geblieben und war herrlich entspannt. Zwischendrin habe ich mir die ausgeliehene Kleidung, eine Art Pyjama angezogen und bin in den Ruhebereich gegangen. Nach circa 2 Stunden hat es mir dann gereicht ich hab mich angezogen Und habe in dem kleinen Café, dass an den online angeschlossen ist, noch was getrunken und einen im Dampf gekochten Pudding mit schwarzem Sesam gegessen. Leider gab es auch sehr schöne kleine Töpfer Sachen zu kaufen, denen ich nicht so ganz widerstehen konnte.

Nachdem ich im Unsinn war bin ich zurück zu meiner Unterkunft gefahren, um mich ein wenig zu entspannen und meine Koffer zu packen. Am nächsten Morgen ging es zunächst, nach der See herzlichen Verabschiedung in meiner Unterkunft. Mit dem Regionalzug weiter und dann noch mal Gut 2 Stunden mit dem Shinkansen nach Osaka. Dort haben mich dann erst mal die Menschenmassen, die alle anscheinend auf Shoppingtour waren, etwas Überfordert. Das hier ist doch etwas ganz anderes als das viele ruhigere Kyushu. Mit etwas nachfragen habe ich meinen Weg zu der Bahn gefunden, die mich das letzte Stück zu meinem hostile bringen sollte. Dieses ist sehr schön gelegen, da am Bahnhof aber in einer ruhigeren Seitenstraße mit kleinen Restaurants.

Heute habe ich dann noch einen Ausflug nach Kobe gemacht. Zu Fuß ging es zunächst einen Berg am Rand von Kobe hoch, vorbei an mehreren schönen Wasserfällen. Man hätte auch den ganzen Berg mit der Seilbahn hochfahren können, aber es war auch schön, einen Teil der Strecke zu Fuß zu laufen. Auf halber Höhe allerdings habe ich dann doch die Seilbahn bis hoch zum Gipfel genommen. Oben befand sich eine Art winziges deutsches Dorf (Herb Gardens) mit einem Restaurant, in dem man Curry Wurst und Glühwein kaufen konnte, es gab ein paar Souvenirläden, eine Konzerthalle sowie einen Rosengarten. Die Gebäude sollten wohl an deutsche Fachwerkhäuser erinnern. Nach einer Weile habe ich dann wieder die Seilbahn nach ganz unten genommen. Leider mit einer kleinen Unterbrechung, den an einer Stelle hat die Seilbahn an,, vermutlich weil jemand Probleme beim ein oder aussteigen gehabt. ganz toll für jemanden mit Höhen Angst… Unten angekommen habe ich dann den Zug zurück nach Osaka genommen und bin von dort aus in das Nachtviertel gefahren, um mich dort noch etwas durch die Straßen und Einkaufsmeilen treiben zu lassen. Nun heißt es endgültig Koffer packen.

Der Blick in die Hölle

Gestern Morgen habe ich die Fähre von Yakushima zurück nach Kagoshima genommen und tatsächlich hatte ich noch das Glück, auf der Fahrt fliegende Fische zu sehen. Zumindest sprang neben der Fähre etwas aus dem Wasser, flog ein paar Meter knapp über der Wasseroberfläche, und verschwand dann wieder im Meer. In Kagoshima angekommen, gab es, wie so oft üblich in Japan, eine reibungslose Anbindung. Mit dem Shuttle Bus ging es zum Bahnhof, dann mit dem Shinkansen weiter und am Schluss mit dem Regionalzug nach Beppu. Hier konnte ich innerhalb von 10 Minuten zu meiner Unterkunft, einer traditionellen Herberge, die Ryokan genannt wird, laufen. Der Ryokan ist wirklich sehr schön, mein Zimmer ist ganz typisch mit Tatamimatten, Futon, einem niedrigen Tisch vor dem man kniend auf dem Boden sitzt. Abends bin ich noch einmal um den Block gelaufen und war dann um die Ecke essen, eine Empfehlung des Hauswirtes hier. Das Restaurant war wirklich sehr gut und der Wirt eine positive Erfahrung. Danach habe ich noch den Onsen des Hauses hier ausprobiert. Sehr praktisch, kurz nur die Treppe runter zu laufen, sich auszuziehen, sich zu duschen und dann sich in das heiße Wasser zu setzen und zu entspannen. Heute Morgen gab es Frühstück im Schneidersitz auf dem Boden und zwar japanisches Frühstück. D.h. Reis, Fisch, Miso Suppe, Rührei und frische Früchte. Danach bin ich in der nahgelegenen Takegwara Onsen gegangen. Dies ist noch ein ganz alter, traditioneller Onsen. Für umgerechnet circa 0,90 € durfte ich das heiße Bad benutzen. Es war wirklich sehr einfach, es gab noch nicht mal eine Dusche, man spülte sich einfach mit Hilfe einer Schüssel Mit dem Wasser aus dem heißen Becken ab und stieg dann da hinein. Das Wasser war ziemlich heiß, so dass ich nach circa 15 Minuten wieder rot wie ein Hummer ausgestiegen bin. Außer mir waren nur noch zwei alte Japanerin da die den Unsinn offensichtlich als Badehaus nutzen, was ja auch sein ursprünglicher Zweck war.

Gegen Mittag bin ich dann zum Bahnhof gelaufen, um den Bus zu den sieben Höllen zu nehmen. Die sind Thermalquellen, die mit circa 100 °C sicher zu warm zum Baden sind. Dafür bilden Sie aber Becken in verschiedenen Farben. Es gibt hier blaue und rote Höllen. Bei der Touristen Information, wo man wirklich gut englisch sprach, bekomme ich alle notwendigen Informationen, um die richtige Bushaltestelle zu finden und konnte auch ein Ticket für alle Höllen kaufen und auch ein Tagesticket für den Bus. Also ging es mit dem Bus zunächst zu den blauen Höllen. Davon gibt es fünf, die alle relativ dicht bei einander liegen. Jede einzelne kostet 400 yen Eintritt, aber dafür hatte ich ja das Thema Gesamtticket. Und bei jeder einzelnen gab es einen Souvenir-Shop, ein kleines Restaurant, in dem man Dinge essen konnte wie Eier, Pudding und so weiter, die in der thermal Quelle gekocht worden, Man konnte lustige Bilder machen und noch andere Dinge, die sich den nach Schwefel stinkenden Dampf ins Gesicht pusten lassen. Nichtsdestotrotz waren die Höllen schon ein mehr oder weniger spektakulärer Anblick. Manche blubbert nur ein bisschen vor sich hin, andere zischten und dampften wie ein kochender Teekessel und waren leuchten blau. Mit dem Bus konnte man in circa 10 Minuten die zwei weiteren roten Höllen erreichen. Dabei hatte man immer wieder einen Blick über die gesamte Stadt, über der aus den hunderten heißen Quellen Dutzende Dampfwolken hingen. Die eine rote Hölle war ein rostroter See der vor sich hin dampfte, der andere war tatsächlich ein Geysir, der alle 30-40 Minuten für ein paar Minuten emporschoss. Allerdings war über den Geysir eine Art Höhle gebaut worden, so dass er nur circa 2 m Höhe erreicht, vermutlich damit man ihn einfacher betrachten konnte, ohne nass zu werden. Was mir nicht so gefiel, waren die Tiere, die zusätzlich auf dem Gebiet der einzelnen Höllen gehalten wurden. Bei einer gab es dutzende Krokodile, die sich in sehr einfachen und trostlosen Gehegen dicht an dicht befanden. Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass die Tiere hier nicht gerade tierfreundlich gehalten werden. Ein paarmal schon habe ich Fische In winzigen Aquarien ohne jegliche Dekoration oder Pflanzen gesehen. Hier ist es gerade deutlich kühler als es noch Yakushima war. Daher war ich ziemlich durchgefroren, als ich wieder bei meiner Unterkunft ankam. Zeit, sich wieder aufzuwärmen. Danach ging es noch zum Abendessen, und nun ist der Tag auch schon vorbei.

Einmal fast rum

Da ich nicht noch einen weiteren Tag wandern wollte, sondern lieber die Küste der Insel erkunden, bin ich heute Morgen mit dem Bus von meiner Unterkunft aus, die ganz im Norden liegt, einmal fast um die Insel rumgefahren, über den Osten und den Süden bis in den Südwesten. Der Westen der Insel ist nämlich für die Durchfahrt gesperrt, weil sich dort ein Naturschutzgebiet befindet. Und die einzige Straße die alle Orte verbindet, geht direkt an der Küste lang. Die Fahrt in dem klapprigen Bus dauert circa eindreiviertel Stunden bis zu Endhaltestelle am großen Wasserfall. Dort hatte man dann 30 Minuten Zeit bevor der Bus wieder die gleiche Strecke zurück fuhr. Der Wasserfall war 10 Minuten von der Bushaltestelle entfernt, also man hatte ein paar Minuten Zeit, um Fotos zu schießen und den Anblick zu genießen. Immer wieder war man auf der Fahrt schon ziemlich nah an das Meer heran gekommen mit spektakulären Ausblicken auf den Pazifik. Auch wachsen im Süden der Insel noch mehr subtropische Pflanzen wie Bananen, Papaya, Palmen, Hibiskus und andere Exoten, die ich nur aus Wohnzimmern kenne. Ich hatte mich vorher entschieden, auf halben Weg zurück am botanischen Forschungsinstitut auszusteigen. Eine Haltestelle davor gab es noch einen weiteren Wasserfall zu sehen, der direkt in den türkis blauen Pazifik stürzt. Das botanische Forschungsinstitut hatte ein paar Gewächshäuser und einen schönen Garten, in dem man vor allen die hier wachsenden Nutzpflanzen betrachten konnte, es gab Bananen, Ananas, Mangos, Lychees und einige mehr. Außerdem gab es zwei Aussichtsplattform mit Blick auf die Berge und noch mal den zuvor betrachteten Wasserfall. Nach knapp 1 Stunde war ich durch den Garten geschlendert, und als ich durch das Eingangsgebäude wieder hinaus gehen wollte, hat mich die nette alte Dame dort auf. Es gab nämlich noch für mein Eintrittsgeld eine Kostprobe verschiedene Früchte. Und so durfte ich jeweils einen Bissen Aloe Vera, Papaya, Ananas, Drachenfrucht, und zwei mir unbekannte Fruchtsorten, die Frucht der Monstera und eine Frucht namens Feijoa probieren. Ich frage mich wirklich, wie dies alles hier immer finanziert wird, denn ich war die einzige dort.

Da ich noch 1 Stunde Zeit hatte bis der nächste Bus fuhr, habe ich versucht noch mal direkt ans Meer ran zu kommen. Die Küste ist hier überwiegend Steilküste, nur zwischendrin hat man kleine zugängliche Abschnitte. Auf der Karte sah so aus, als ob es im nahgelegenen Ort so einen geben könnte. Nach 10 Minuten gehen erreichte ich auch dann die Küste. Zwar kam ich direkt ans Wasser ran, aber circa 50 m ins Meer hinein waren große Wälle aus Beton gebaut worden. Ich denke, diese sollen vor einem möglichen zu Tsunami schützen. Ich sah auch immer wieder auf meinem Weg aus dem Bus Schilder, die angaben, wie hoch man über dem Meeresspiegel ist, damit man sich in dem Fall eines Tsunamis retten kann.

Mit dem nächsten Bus ging es dann wieder Richtung Unterkunft zurück und dahinter noch circa weitere 40 Minuten Fahrt zu einem wunderschönen Strand, der im Westen liegt. Ich hatte daher schon die Hoffnung, dass dort ein besonders schönes Abendlicht sein sollte, und so war’s auch. Eingerahmt von felsiger Küste gab es einen mehrere 100 m langen Strand Abschnitt, an dem die Wellen des Pazifik sich rauschend brauchen. Auch hier hatte ich leider nur eine halbe Stunde Zeit, bis der letzte Bus des Tages wieder zurück fuhr. Also habe ich noch ein paar Fotos gemacht, den Anblick genossen, und mich schon mal im Geiste von der Insel verabschiedet, denn morgen geht es zurück. Auf der Rückfahrt hatten wir ja auch auf der Hinfahrt traumhafte Ausblicke auf die Steilküste und Das Meer, und am Straßenrand sahen wir zwei Affen. Nun gab es aber den traumhaft schönen Sonnenuntergang zu sehen, der alles Orange und rosa färbte. Fast zu schön, um wahr zu sein, dann ging auch noch über dem Meer ein dicker gelber Vollmond auf.

Waldgeister

Kurz nach acht ging der Bus hoch in den Berg, zusammen mit den anderen Wanderern. Oben angekommen zahlt man einen kleinen Betrag von circa vier Euro für die Erhaltung der Wanderwege, dann konnte man starten. Es gab insgesamt drei Routen zur Auswahl. Mittel, schwer und einfach. Alle drei begann mit der gleichen Strecke, die man ungefähr in einer halben Stunde gelaufen war. Danach wollte ich mich entscheiden, wo ich weitergehe, denn ich hatte schon ziemlich Respekt vor dieser Tour. Gleich am Anfang gab es einen wunderschönen Wasserfall, und die Strecke verlief am Rande des kleinen Flusses, der immer wieder zwischendrin kleine Wasserfälle bildet. Der erste Teil der Strecke verlief über gerade Stufen aus Holz, oder gepflasterte Wege, und war noch recht einfach zu bewältigen. Also entschied ich mich, als ich am Scheidepunkt angekommen war, für den schwereren Weg. Sofort nach der Abzweigung änderte sich der Weg aber schlagartig. Statt glatter Stufen ging es nun über Stock und Stein. Der Weg bestand meist aus großen und unregelmäßigen Steinen, manchmal aus groben Holzstufen, und oft genug musste man über Wurzeln und große Steine steigen. Es ging am Anfang steil nach oben. Da ich aber wusste wo ich hin wollte, und das auch unbedingt erreichen wollte, Bin ich immer weiter gegangen. Der Weg war trotz allem wunderschön. Man stieg immer weiter über den Bach nach oben, der tief unten unter einem rauschte. Auf der anderen Seite gegen der Urwald steil nach oben, und ich blickte immer wieder auf moosbewachsene Bäume und Steine. Zwischendrin lief man immer wieder an Jahrtausenden alten Zedern vorbei, die alle einen eigenen Namen hatten. Man traf auch immer wieder auf andere Wanderer, mit denen man mal mehr mal weniger ins Gespräch kamen. Schließlich lief ich über einen Bach und auf der anderen Seite ging es noch ein paar 100 Meter weiter, und dann war ich da, wo ich hin wollte. Ein Teil des Waldes ist komplett grün, denn alles ist mit Moos bewachsen. Die Stämme der Bäume, die Äste, die Steine, und der Boden. Das Ganze sieht sehr mystisch aus, und war tatsächlich das Vorbild für einen japanischen Animationsfilm, was da zusätzliche Touristen ja angelockt hat.

Ich hatte mein Ziel erreicht und beschloss daher, eine Weile sitzen zu bleiben, um den Anblick zu genießen und mich zu freuen, dass ich es hierher geschafft habe. Der Weg ging noch weiter zu weiteren alten Zedern, aber ich wusste, dass bergab schwieriger ist als bergauf. Und ich spürte meine Beine schon. Kurz bevor ich wieder den Bach durch quert habe, gab es eine einfache Hütte, wo ich noch kurz Pause gemacht und was gegessen habe. Dann stehe ich circa anderthalb Stunden wieder hinunter und zurück zum Eingang. Die Busse zurück fahren circa alle 2-3 Stunden. Da ich nicht noch 2 Stunden länger bleiben wollte, denn viel Wegstrecke hätte ich nicht mehr geschafft, habe ich mich dann entschieden, wieder zurück zu fahren.

Unten angekommen habe ich mich erst einmal kurz ausgeruht, und dann beschlossen, meine erschöpften Beine im Onsen zu entspannen. In meiner Unterkunft habe ich die Information bekommen, dass 10 Minuten mit dem Bus entfernt ein kleiner Onsen ist. Also habe ich den nächsten Bus genommen und nach etwas Suchen habe ich ihn auch gefunden. Leider war er nicht so schön. Das Wasser klar und nicht besonders warm, es gab nur ein Becken drinnen, und der Raum und das ganze Gebäude waren eher trostlos. Zum Glück war das ganze mit circa 2,50 € nicht besonders kostspielig. Also bin ich nach kurzer Zeit wieder gegangen und wieder zum Hotel zurückgefahren. Abends war ich wieder in dem tollen Restaurant drei Häuser weiter und habe mir, wie vorgenommen, die regionale Spezialität fliegenden Fisch frittiert und roh als Sashimi gegönnt. Sehr sehr lecker, aber den frittierten Kopf des Fisches habe ich dann doch nicht gegessen, dafür habe ich aber an den frittierten flossen etwas geknabbert. 

Ans Ende der Welt

Am ersten Abend in Kagoshima war ich noch in eine Art Kneipe essen. Meist sitzt man hier, gerade wenn man alleine ist, am Tresen, hinter dem auch dann gleich das Essen kocht oder auf einer großen weißen Platte gebraten wird. Ich habe mir zunächst Gyoza bestellt, das sind so eine Art Teigtaschen mit Fleisch gefüllt, die man in eine Art Sojasoße gibt. Danach gab es noch Okonomiyaki, das man sich wohl eigentlich teilt, dass ich aber ganz alleine verputzt habe. Deswegen wir nachher ziemlich schlecht war. Kagoshima ist irgendwie ganz anders als die anderen Städte, es scheint mir wie eine Art Reeperbahn zu sein. In der Innenstadt gibt es sehr viele Clubs und Bars, vor denen doch eher zwielichtig aussehende Männer stehen. Und davor hängen überall auch Schilder und Plakate mit hübschen und leicht bekleideten Mädchen. Es scheint doch ein sehr reges Nachtleben zu geben.

Nach einer Nacht in meinem himmlischen Hotelzimmer bin ich am nächsten Morgen mit einem Blick auf den Vulkan Sakurajima aufgewacht. Zudem sollte es heute auch hingehen. Zunächst habe ich aber erst gefrühstückt. In den Hotels gibt es morgens hauptsächlich japanisches Frühstück. D.h. Misosuppe, Fisch, Reis, eingelegtes Gemüse und Natto, das sind fermentierte Sojabohnen. Obwohl ich japanisches Essen meist ganz gerne mag, zum Frühstück mag ich es dann doch lieber europäisch. Da ist dann aber die Einzige Auswahl meist Toastbrot mit Marmelade. So auch hier. Dazu gab es aber immerhin Joghurt mit Cornflakes und Mandarinen, die für diese Region typisch sind.

Danach bin ich zunächst zum Fährterminal für die Fähre nach Yakushima gegangen. Ich konnte noch zwei Tickets hin und zurück für die Fähre am nächsten Tag buchen. Da ich die Schnellfähre nehmen ist das ganze mit circa 130 € nicht gerade billig.

Weiter ging es zur Fähre nach Sakurajima der Vulkaninsel auf der anderen Seite der Bucht. Am Ticketschalter konnte ich wählen zwischen der einfachen Überfahrt für circa 1,50 € oder die Kreuzfahrt für eine Dreiviertelstunde , Die ungefähr fünf Euro gekostet hat. Ich habe mich dann für die Kreuzfahrt entschieden. Und so sind wir mit der Fähre durch die Bucht an der Insel vorbei gefahren und wieder zurück und schließlich haben wir der Insel angelegt. Vor mir ragte der riesige und noch aktive Vulkan auf. Im Fährterminal habe ich die Info bekommen dass es einen Touristenbus gibt, der einen kleinen rundweg fährt hoch zu einem Aussichtsturm und wieder auf einem anderen Weg zurück

Da ich von einem Onsen auf der unteren Seite der Insel gehört habe von dem man sowohl den Vulkan als auch das Meer sehen kann hab ich auch noch die Busverbindung hier hin bekommen. Das ist etwas was ich schon sehr lange vorhatte, und ich hab mich total gefreut dass es nun soweit ist. Zunächst aber also ging es mit dem Touristenbus hoch zur Aussichtsplattform. Man sah schon überall, dass alles, Straßen, Häuser, sogar Gräber, mit feiner grauer Asche bedeckt waren. In circa 30 Minuten waren wir bei der Aussichtsplattform. Hier hat man einen fantastischen Blick auf die beiden Kater sowie auf den Rest der Insel. Wir hatten sogar das Glück, dass eine kleine Erruption gab, und der Vulkan Asche Wolken ausgespuckt hat. Schon ziemlich beeindruckend. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück zum Fährterminal. Von dort bin ich bin ich ein wenig am Strand entlang gelaufen. Es gab ein Fußbad, eine Rinne die mit heißem thermal Wasser gefüllt war, und in die man seine Füße und Beine hängen könnte. Und das ganze mit Blick auf das Meer. Da der lokalen Bus zu dem Onsen nicht besonders oft vor, bin ich zur Bushaltestelle gegangen, um mir nicht zu verpassen. Schließlich kam er, und nach ungefähr 20 Minuten hatte ich mein Ziel erreicht. Der Onsen befindet sich in einem Hotel direkt am Meer. Das war aber etwas anders aus als ich es erwartet hatte. Ich hatte den Eindruck, dass es schon seit einigen Jahren verlassen war, das war insgesamt ein ziemlich grau und trostlos aus. Ich hatte schon fast erwartet, dass ich vor verschlossenen Türen steht, aber ich bin reingekommen und an Der Rezeption bekam ich zwei Handtücher ausgeliehen und würde in den Keller geschickt. Natürlich alle Schilder nur auf Japanisch. Der Keller war auch eher ziemlich trübe, aber ich habe dann den Eingang für die Frauen entdeckt. Dahinter war ein Umkleideraum und noch weiter hinten gab es zwei Becken, eins drin und eins draußen. Ich war ganz alleine. Ich habe dann meine Sachen in einem Fach verstaut, habe mich ausgezogen und meine Klamotten in den Korb in einem anderen Regal gelegt. Dann bin ich nackt nach draußen zu dem Becken gegangen. Da es sich um Thermalwasser handelt, dass offensichtlich sehr reich an Eisen ist, War alles Rostrot gefärbt. Hatte einen wirklich tollen Blick auf das Meer, da das Becken etwas erhöht lag. Also bin ich hinein gestiegen. Das Wasser war heiß, aber man konnte es noch gut aushalten. Das war schon echt ziemlich gut. Leider konnte man den Vulkan nicht sehen. Das hier aber noch circa 23° waren, wurde es mir doch schnell zu heiß. Ich habe mich dann wieder angezogen und wollte rausgehen, als ich eine weitere Tür entdeckte auf die ein Pfeil zeigte. Die Türviertel nach draußen, und Abfahrt nach unten. Ich bin dem noch ein wenig gefolgt, und habe entdeckt, dass es unten ein weiteres und viel schöneres Becken gab. Außerdem konnte ich einen nackten Japaner entdecken, der mich auch gesehen hatte. Da ich noch nicht wusste, da ich die Schilder nicht lesen konnte, ob es sich um ein gemischtes Becken handelte, habe ich dann doch den Rückzug angetreten. Außerdem waren wir noch so warm von dem letzten Wort, dass ich keine Lust auf ein weiteres hatte. Geärgert hat es mich doch, dass ich dieses Becken nicht zuerst entdeckt hatte. Egal, schön war’s trotzdem. Mit dem Bus ging es wieder zurück, zwischendrin sah ich immer wieder, dass der Vulkan viel Asche ausgespuckt hat. Über den Bergen am Rand der Bucht lag wie ein Schleier die Aschewolke. Da die Sonne schon fast runter ging, habe ich die nächste Fähre nach Kagoshima zurückgenommen.

Am Abend habe ich mich noch in eine etwas belebt ihre Bar getraut. Auch hier saß ich wieder am Tresen, und konnte mir aus dem englischsprachigen Menü verschiedene Dinge aussuchen. Ich nahm ein paar Fleischspieße, so wie Edamame und eingelegte Gurken. Außerdem probierte ich noch mal den lokalen schnaps. Neben mir saßen zwei junge Japanerin mit dir nicht an zu gepostet hatte als mein Getränk haben. So kamen wir ins Gespräch, mehr schlecht als recht aber es war sehr lustig als wir festgestellt haben dass meine Nachbarin und ich beide vor kurzem in Shimonoseki waren und zwar auch auf dem Fischmarkt. Wir beide hatten ein fast identisches Foto von unseren Gefüllten Sushiboxen auf unserem Handy.

Am nächsten Morgen habe ich das erste Mal ein japanisches Taxi genommen, denn ich wusste sonst nicht, wie ich mit meinem Gepäck zur Fähre kommen sollte. Ich hatte immer gehört dass die Taxen so teuer sein sollen. Außerdem gibt es einige Dinge zu beachten. Der Fahrgast sitzt immer hinten links, also hinter dem Beifahrersitz. Außerdem geht die Tür automatisch auf und automatisch wieder zu. für die knapp 15 Minuten Fahrt habe ich umgerechnet ungefähr sieben Euro bezahlt, was ich eigentlich ganz o. k. fand. Immerhin musste ich mein Gepäck nicht weit schleppen deswegen. Ich war viel zu früh an der Fähre, aber man konnte im Warteraum auf den Vulkan schauen, und so konnte ich mir noch 1 Stunde lang angucken, wie er ordentlich Asche gespuckt hat.

Um 12:00 Uhr fuhr die Fähre los zur Insel Yakushima. Es war eine Schnell Fähre, weswegen man sich anschnallen musste und man konnte auch nicht rausgehen. Als wir losgefahren sind klang es so, als ob ein Düsentrieb Werke gestartet wird. Aber wir waren dann doch langsamer, als ich erwartet hatte. Die Fahrt durch die Bucht am Vulkan vorbei war sehr schön und als wir die spitze des Festlandes erreicht haben, hatte man einen fantastischen Blick auf einen riesigen Vulkan, von dem ich leider den Namen nicht weiß. Dann ging es noch eine Weile über das offene Meer, und nach fast zwei Stunden haben wir die Insel erreicht. Es war schon sehr beeindruckend sie immer näher kommen zu sehen, denn sie besteht mehr oder weniger nur aus steil aufragenden Bergen. Vom Fährhafen konnte ich in circa 15 Minuten zu meinem Hotel gehen. Hier konnte ich auch gleich auf mein Zimmer, und dann habe ich mich erst mal im Ort und gesehen. viel zu sehen gibt es aber nicht. Häuser, ein paar Geschäfte und Unterkünfte für Touristen, einen Supermarkt, und ein Besucherzentrum. Dort konnte ich Informationen bekommen zu den verschiedenen Routen, den Busverbindungen, und was man sonst noch wissen muss. Viel mehr habe ich gestern auch nicht gemacht. Abends bin ich in das Restaurant gegangen, dass mir von den Leuten empfohlen wurde, und das nur drei Häuser entfernt liegt. Dort gibt es auch einen Tresen, an dem ich sitzen durfte, und der Meister beim schneiden des Fisches zu sehen konnte. Ich komme sehr nett mit meinem Nachbarn ins Gespräch, der kein Englisch sprach, aber trotzdem konnten wir uns irgendwie verständigen. Da der Bus am nächsten morgen Früh vor, war der Tag dann auch bald vorbei.

Zwischenstopp

Am nächsten Morgen ging es von Nagasaki nach Kagoshima. Ich musste einmal von einer Regionalbahn in den Shinkansen umsteigen. Als im Shinkansen die nächste Station Kumamoto angesagt wurde, habe ich mich spontan entschlossen einen Zwischenstopp einzulegen. Denn hier sollte es eine der schönsten Burgen von Japan gehen. Da das mit dem Japan Rail Pass gar kein Problem ist, habe ich mein Gepäck geschnappt und bin ausgestiegen. Am Bahnhof konnte ich mein Gepäck einschließen und in der Touristen Information habe ich die Info bekommen wie ich zur Burg komme. Also ging es mit dem Bus quer durch die Stadt. Schon in der Touristen Information habe ich erfahren, dass einige Bereiche der Burg und des Geländes drum herum nicht zugänglich waren. Angekommen sah ich eine große Baustelle und habe erfahren, dass große Teile der Burg während eines Erdbebens 2016 zerstört worden. Man konnte die Burg Von außen betrachten und noch zu einem kleinen Schrein gelangen der direkt daneben lag. Dort fand gerade eine Art Zeremonie statt, anscheinend für Kinder, die in die Schule kommen. Es waren nur Jungen da, die eine Art Kimono Trugen und mit ihren stolzen und schick gekleideten Eltern unterwegs waren. Die Kinder wurden anscheinend im Schrein vom Priester gesegnet und haben eine Urkunde erhalten. So sah es zumindestens für mich aus. Da es außer der Baustelle nicht viel zu sehen gab, bin ich dann in Richtung eines Museums für moderne Kunst gelaufen. Unterwegs gab es ein Zentrum für lokales Kunsthandwerk. Und ich konnte natürlich nicht widerstehen, mir eine hübsche kleine Vase zu kaufen. Bislang habe ich mich aber wirklich sehr zurückgehalten, was das kaufen von meinem geliebten tüddelkram angeht. Das Museum musste ich etwas suchen, denn oft sind das hier nicht eigene Gebäude, sondern Etagen in großen Gebäuden, wie Bürogebäuden oder Einkaufszentren. Aber schließlich hatte ich es gefunden, und habe mir die Aufstellung mit verschiedenen Skulpturen angeschaut. Da die Erklärung ausschließlich auf Japanisch war, wusste ich leider nicht genau worum es bei den Skulpturen ging. Direkt neben an gab es ein nettes Restaurant, das frisches Gemüse und Salat angeboten hat. Das war mal eine nette Abwechslung zu dem üblichen Essen und vor allem zu den Sandwiches aus dem Supermarkt.

Anschließend bin ich noch mit der Straßenbahn zu einem japanischen Garten gefahren, der mir sehr gut gefallen hat. Dort konnte ich in einem Teehaus noch einen Matcha Tee trinken, und bin dann mit der Straßenbahn zurück zum Bahnhof gefahren, und habe den nächsten Zug nach Kagoshima genommen. Dort angekommen ging es auch mit der Straßenbahn weiter zum Hotel, dass mir nach dem Hühnerkäfig in Nagasaki schon fast luxuriös vorkam. Ein bequemes Bett, ein eigenes Bad und genug Auslauf.

Im Hühnerkäfig

Am nächsten Morgen bin ich in circa 2 Stunden nach Nagasaki gefahren. Von Nagasaki hatte ich irgendwie ein ganz anderes Bild, modern und groß. Als ich aus dem Bahnhof raus gekommen bin, hatte ich das Gefühl, jetzt wirklich schon sehr weit weg zu sein von den großen und modernen Städten. Mit der Straßenbahn ging es ein paar Stationen zu meinem Hotel. Diesmal hatte ich mich in einem Kabinenhotel eingemietet. Das ist wie ein Kapselhotel, nur dass man in der Kapsel aufrecht sitzen und schon fast stehen kann. Ansonsten ist die Kabine nicht größer als das Bett bis auf eine schmale Ablage an der Seite, in der man auch wertvolle Sachen verstaue kann. Verschlossen wird die Kabine mit einer Art Rollvorhang, den man aber auch nicht komplett schließen kann. Das Gepäck verstaut man entweder vor der Kabine, oder in einer Ablage weiter unten im Gang. Es gab circa 40 Kabinen auf der Frauenetage, sowie Dusche, Waschbecken und auch ein heißes Bad.

Da ich recht früh in Nagasaki war, habe ich mich nachmittags noch aufgemacht, die Stadt zu erkunden. Zunächst ging es in die China Town, die wenige Meter entfernt war. Sehr faszinierend mit den ganzen chinesischen Geschäften und Restaurants. Es gab ein gedämpftes Brötchen mit Schweinefleisch und ein Ball mit Sesam und Bodenfüllung. Sehr lecker. Dann bin ich weitergelaufen Richtung der so genannten Holländerstraße. Mir war gar nicht so bewusst, welche große Rolle Nagasaki in der Geschichte Japans gespielt hat. Dort gab es die ersten christlichen Missionaren und die ersten Christen, deswegen man heute auch noch zahlreiche Kirchen sehen kann. Es gibt einige westliche Häuser und auch ein kleines Stadtviertel, dass früher eine Insel war. Dort haben im 17. und 18. Jahrhundert die ersten Ausländer als Händler in Japan Gewohnt, die für zahlreiche Jahrzehnte den einzigen Kontakt Japans zur Außenwelt dargestellt haben.

In der Holländerstraße konnte man noch einige alte westliche Häuser sehen. Ein paar Straßen weiter gab es einen wunderschönen Konfuzius Tempel zu sehen. Denn auch für die Beziehung mit China hat Nagasaki lange Zeit als Hafenstadt eine wichtige Rolle gespielt. Schließlich bin ich weitergelaufen zum Glover Garten, der hoch oben über Nagasaki liegt. Zum Glück laufen Japaner auch nicht so gerne bergauf, so dass es eine Rolltreppe und ein Aufzug Berghoch gab. Der Garten war wirklich wunderschön am Hang gelegen mit einem traumhaften Blick auf die Stadt, den Hafen und die Bucht. Es gab einige alte westliche Häuser zu sehen, außerdem wachsen hier schon einige Palmen und Bananenstauden, was ihn einfach sehr schön macht. Unten angekommen bin ich noch an der Kathedrale vorbei, aber aufgrund der Massen und Schulkindern, die auch hier unterwegs waren, hatte ich dann keine Lust in die Kirche rein zu gehen.

Am nächsten Morgen habe ich mir erst mal die ehemalige Insel Dejima angeschaut. Hier haben die ersten Ausländer gelebt, die mit Japan Handel getrieben haben. Es wurden darüber nicht nur Güter ausgetauscht sondern auch Wissen über Medizin, Handwerk und so weiter. In den ehemaligen Wohn- und Lagerhäusern konnte man in einer Ausstellung alles über die Entwicklung des Handels und der Öffnung Japans gegenüber der Welt lernen. 

Das andere geschichtliche Ereignis, das man mit Nagasaki sofort verbindet, ist der Atombombenabwurf 1949. Ähnlich wie in Hiroshima gibt es auch hier einen Friedenspark und ein Museum über den Atombombenabwurf. Dort bin ich dann mit der rumpeligen Straßenbahn hin gefahren. Der Friedenspark ist deutlich kleiner als in Hiroschima, aber auch hier gibt es verschiedene Gedenkstätten, an denen Schulkinder aus ganz Japan Ketten aus Origami Kranichen ablegen. Dementsprechend waren auch an diesem Tag einige Schulklassen dort. Das Denkmal für den Frieden ist ein großer Mann, der nicht besonders schön ist wie ich finde. Aber die Aussage zählt ja. An einer Gedenkstätte stand ein alter Mann der mich zu sich gewunken hat. Er hat mir einen Zettel gegeben, auf dem Englisch stand das er an dem Tag der Atombombe in Nagasaki gearbeitet hat, aber von seinem Chef zu einem anderen Werk geschickt wurde. Alle Kollegen von ihm sind gestorben, aber er hat überlebt. Er wollte das ich Wasser auf Blumen gieße und er wollte unbedingt auch noch ein Foto von mir vor der Gedenkstätte machen.

Dann bin ich rüber zum Museum gelaufen das direkt neben dem Hypozentrum der Explosion der Bombe liegt. Das Museum ist sehr beeindruckend gestaltet, man sieht viele Überreste von Gebäuden, Gegenstände die durch die Hitze geschmolzen oder verbogen sind, und Videos Der Tage nach der Atombombe. Das ganze ist schon sehr bedrückend. Man erfährt auch viel über die japanische Initiative zur Abschaffung aller Atombomben weltweit. Es gibt auch Zeitzeugenberichte zu hören und es ist unglaublich, dass dies vor nicht allzu langer Zeit genau an diesem Ort passiert ist.

Zum Abschluss des Tages habe ich mir noch ein paar schöne Tempel und Schreiner angesehen, und war abends mal wieder lecker essen.



Höhenangst Teil zwei

Nachdem ich gestern Morgen mein Frühstück auf der Dachterrasse des Hostels mit dem fantastischen Blick gegessen habe, bin ich mit dem Bus zum Bahnhof fahren und von dort in circa 30 Minuten nach Fukuoka. Fukuoka ist eine ziemlich große Stadt, sogar die achtgrößte in Japan. Vom Bahnhof ging es mit der U-Bahn zum Hostel. Leider konnte ich noch nicht in mein Zimmer, so dass ich nur schnell mein Gepäck abgegeben habe, und mich aufgemacht habe, die Stadt zu erkunden. Zunächst bin ich zum Einkaufszentrum Canal City gelaufen. Das ist, wie alle Einkaufszentren in Japan, riesig mit einer eher seltsamen Architektur. Auch hier war eine Menge los. Eine Boyband hat gespielt und in dem künstlichen Kanal gab es jede halbe Stunde eine Show mit Wasserspielen. Von dort bin ich weiter durch die Straßen gelaufen und habe ein kleines Museum über Volkskunst entdeckt. Dort konnte man verschiedene Puppen, die wohl für diese Gegend typisch sind, bestaunen. Weiter ging es an einem Schrein vorbei, und zufällig bin ich über ein kleines Festival von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gestolpert, die damit für ihre Rechte kämpfen wollten. Ich bin einmal über das Gelände gelaufen, durfte an mehreren Ständen eine Botschaft hinterlassen, und habe mit einer Frau aus England, die für ein Krisen Telefon arbeitet, gesprochen. Bislang wusste ich zugegebenermaßen wenig über die Stellung von Homosexuellen in Japan. Daher war es sehr interessant, mehr darüber zu erfahren. Um zwei Ecken weiter habe ich dann endlich das Museum für asiatische Kunst gefunden. Hier wurde anlässlich des 20. Geburtstags des Museums einen Überblick über die moderne asiatische Kunst aus verschiedenen Ländern wie Japan, Indien, China und Indonesien gezeigt. Ich fand die Ausstellung sehr gut und auch informativ. Anschließend durfte ich noch, auch wegen dem Geburtstag, an einem Glücksrad drehen. Und habe eine Packung Dashi gewonnen.

Dann bin ich erst mal zurück zum Hostel gelaufen. Tagsüber ist zwar das Wetter schön und in der Sonne auch warm, aber gegen Abend wird es doch ziemlich frisch, und ich wollte meine Jacke holen. Später bin ich noch ein wenig durch die Gassen gelaufen, und habe einige der für die Stadt hier typischen Essensstände gesehen. Diese öffnen abends vor allem am Ufer des Flusses und auf den Bürger steigen. Leider habe ich mich nicht getraut, mich rein zu setzen. Die Stände waren schon sehr voll und eng. Also gab es schnell was auf die Hand aus dem Convenientstore

Heute Morgen bin ich dann mit der U-Bahn Richtung Fukuoka Tower gefahren. Wenn man einmal verstanden hat, wie das U-Bahn fahren funktioniert, ist es eigentlich ganz einfach. Jede Station hat eine Nummer, und auf einer Karte in der U-Bahn Station sieht man, welchen Betrag man für die Strecke zu der gewünschten Station zahlen muss. Diesen wird man dann in den Fahrkartenautomaten und bekommt seine Fahrkarte. Diese muss man dann in einen Schlitz neben dem Eingangstor rein stecken, dann geht man durch und hinten kommt die Fahrkarte wieder raus. Die braucht man nämlich noch, um am Zielort wieder aus der Station raus zu kommen. In Japan steht man übrigens brav Schlange wenn man mit dem Bus, Zug oder der U-Bahn fahren will.

Leider bin ich eine Station zu früh ausgestiegen, so dass ich noch ziemlich lang durch ein Wohngebiet mit hohen Wohnhäusern und Bürogebäuden laufen musste. Schließlich hatte ich den Fukuoka Tower gefunden. Dieser ist über 200 m hoch und die Aussichtsplattform liegt auf 123 m. Einen anderen Zweck erfüllt dieser Turm auch nicht. Der Eintrittspreis war mit 800 ¥, das sind ungefähr sieben Euro, nicht gerade billig. Dafür konnte man am Eingang ein Foto von sich machen lassen, mit dem Hintergrund der Aussicht vom Turm und lustigen Schildern. Hoch ging es mit dem Fahrstuhl, der natürlich gläserne Wände hatte. Man konnte durch die Fenster des Turms hinausschauen, ein Traum für jeden mit HöhenAngst. Oben allerdings war die Aussicht wirklich fantastisch. Der Turm liegt direkt am Strand und man hatte einen weiten blick über den Strand, das Meer, die Insel, die Berge und die Stadt. Nach einer Weile bin ich wieder hinuntergefahren, hab mir im Geschäft unten etwas zum Mittagessen geholt, und habe mich an den Strand in die Sonne gesetzt. Es war kaum ein Mensch unterwegs. Dann bin ich noch etwas am Strand lang gelaufen, dabei ist mir aufgefallen, dass ich in Japan tatsächlich noch nie am Strand war. Und das, obwohl Japan ja aus Inseln besteht. Aber wenn ich mal am Meer war, war das meist eher ziemlich zugebaut, wie zum Beispiel in Tokio. Unten am Strand gab es ins Meer gebaut einen Gebäudekomplex der eher westlich aussah. Zunächst habe ich gedacht, dass es sich dabei vielleicht um Reste aus der Kolonialzeit gehandelt hat. Aber dann habe ich herausgefunden, dass ich die Gebäude einzig und allein zu dem Zweck gebaut wurden, damit Japaner dort heiraten können. Es ist nämlich ziemlich schick, in einer Kapelle zu heiraten, und dann auch gleich dort zu feiern. Das ganze ist allerdings nur Show, denn als offizielle Hochzeit zählt das nicht. Danach bin ich zurück zur U-Bahn gelaufen, diesmal zu richtigen Station, und bin zu einem Park gefahren. Diesen fand ich aber nicht so wahnsinnig spannend, denn außer einem sehr großen See, mit einem Weg drum herum, gab es nichts zu sehen. Der japanische Garten, der auch auf dem Gelände ist, hatte leider nicht offen. Also bin ich mit der U-Bahn weiter gefahren, da es hier auch noch ein paar Tempel und Schreiner zu sehen gab. Diese habe ich mir das angeschaut, aber ich muss zugeben, da ich davon so viele in Kyoto gesehen hatte, hatte mich das nicht mehr so Vom Hocker gerissen. Da mir die Füße schon ziemlich weh taten, bin ich dann zurück zum Hostel mit der U-Bahn gefahren. Nach einer kleinen Pause habe ich mich dann aufgemacht, um die für diese Stadt typischen Ramem zu essen. Da ich nicht genau wusste, wo ist dir sonst noch gibt, bin ich wieder zum Einkaufszentrum Canal City gelaufen. Denn dort gibt es eine ganze Etage nur mit Ramen Restarants. Typischerweise kauft man seine Portion mit allem was man dazu haben möchte, also Getränke und so weiter, gleich am Anfang an einem Automaten und bezahlt auch sofort. Dann bekommt man einen Zettel, den man dann bei der Bedienung abgibt, man bekommt einen Platz zu gewiesen, und ziemlich bald darauf kommt dann auch schon das Essen. Die Ramen hier waren sehr lecker und auch die Gyoza, die ist dazu gab. Und ich habe mir noch einen Pflaumenlikör auf Eis gegönnt. Dann bin ich durch die schmalen Gassen zurück zum Hostel gelaufen. Ich finde die Straßen hier gerade bei Nacht sehr spannend, wenn man dann auf einmal viele kleine Restaurants und Kneipen entdeckt. Wieder mal stelle ich fest, dass in Japan vieles im Verborgenen passiert, was auf den ersten Blick, und gerade für Fremde, nicht ersichtlich und auch nicht verständlich ist. 

Tschüss Leben, tschüss Englisch

Nun bin ich an der Südspitze der Hauptinsel Honshu angekommen. In circa 2 Stunden ging es von Okayama mit dem Shinkansen nach Shimonoseki. Dort musste ich noch circa 45 Minuten mit dem Bus zu meinem Hostel fahren. Heute habe ich das erste mal das japanische Bussystem verstanden. Wenn man einsteigt zieht man eine Nummer die für eine Station steht. Man steigt übrigens immer hinten ein. Wenn man an der Station wo man hin möchte angekommen ist, steigt man vorne beim Fahrer wieder aus. Über dem Fahrer ist eine Tafel auf der neben der Nummer die man zu Beginn gezogen hat ein Betrag steht. Diesen wirft man in einen Kasten neben dem Fahrer, gibt ihm die Nummer, und kann gehen. Das Hostel liegt direkt an der Meerenge zwischen Honshu und Kyushu. Von meinem Zimmer im fünften Stock habe ich einen wirklich fantastischen Blick über das Wasser, den Hafen und das andere Ufer. Direkt nebenan ist sowohl der Akama Schrein, als auch der Fischmarkt. Shimonoseki ist das japanische Zentrum für Walfang und Kugelfisch. Da ich Hunger hatte, habe ich mich gleich Richtung Fischmarkt aufgemacht. Dort waren sehr viele Japaner, die draußen saßen, und eine Plastikschachtel voll mit Sushi verspeisen. Das wollte ich nun auch haben. Im Fischmarkt war es total voll und alle drängten sich um verschiedene Stände mit sehr viel verschiedenen Sushi. Da man hier mit Englisch nun gar nicht mehr weiterkommt, habe ich mich erst mal treiben lassen, um zu sehen wie das funktioniert. Dabei gab mir eine Dame an einem Stand ein Zahnstocher mit einer Probier Portion von irgendwas. Da ich ja offen für alles sein will, ob ich mir das gleich in die Schnute, und dachte schon, dass das nicht nach Fisch schmeckt. Nachher habe ich dann herausgefunden, dass es sich um Wal gehandelt hat. Irgendwann drückte mir eine Frau eine Plastikschale und eine Zange in die Hand und schob mich zu ihrem Stand. Dort konnte ich mir aus circa 30 verschiedenen Arten von Sushi aussuchen, was ich wollte. Einiges konnte ich gar nicht identifizieren. Ich habe mir dann das raus gesucht, was ziemlich eindeutig nach Fisch aussah. Japaner essen alles aus dem Meer gerne roh, und ich konnte mich nicht noch sehr gut vom Fischmarkt in Tokio an die hunderte verschiedene Meeresfrüchte erinnern. Ich habe hier meist kein Problem mit dem Geschmack, aber mit der Konsistenz. Rohen Fisch mag ich aber meist ganz gerne. Ein Stück Sushi hat ungefähr zwischen 1,50 € und 2,50 € gekostet insgesamt hatte ich sieben Stück. Am Ende hat man noch was Sabi so jaSauce und Stäbchen bekommen, bezahlt, und konnte rausgehen zum Essen. Es war schon wirklich sehr schön in mitten der ganzen Japaner am Wasser zu sitzen und zu essen. Danach habe ich mit den Fischmarkt noch mal genauer angesehen. In einem Seitengang konnte man dann den Kugelfisch fertig geschnitten kaufen. D.h. er wird auch den Scheiben auf einem Teller angeboten und ist ziemlich teuer. Eine Portion Kugelfisch die zusammen mit anderen Teilen verkauft werden wie zum Beispiel den flossen oder die Haut kostet bis zu 50 €.

Anschließend bin ich weiter am Wasser Richtung der Werft gegangen. Es gab noch einige Restaurants und Geschäfte mit vielen Kugelfisch Souveniers. Da ich aber heute Morgen schon Mühe hatte, meinen Rucksack zu zu bekommen. Habe ich davon abgesehen.

Nach einem Eis am Wasser bin ich noch ein Stück weiter gegangen zum Vergnügungspark und zum Riesenrad, wo ich aber drauf verzichtet habe. Anschließend bin ich an der Straße zurück RichtungHostel gelaufen. Dort gab es zunächst einen kleineren Schrein mit der größten Kugelfisch Statue der Welt. Weiter ging es zum großen Akama Schrein. Und anschließend zurück zum Hostel. Später bin ich dann wieder zurück zum Wasser gegangen, um zum Abend zu essen. In einem Restaurant habe ich mir ein Gericht mit Kugelfisch ausgesucht. Allerdings nicht roh, sondern gebraten. Dazu gab es einen Salat mit der Haut des Fisches, eine Art klebriges Zeug, wieso Suppe, Reis und noch eingelegtes Gemüse. Lecker war eigentlich alles, aber manches, wie zum Beispiel die Haut war knorpelig. Auf dem Rückweg bin ich noch mal beim schön beleuchteten schreiben vorbei gelaufen und nun bin ich in meinem Hostel.

Vorher war ich mir nicht sicher, ob das mit Shimonoseki wirklich eine gute Idee war. Aber jetzt denke ich dass es doch eine schöne Überraschung war. Das ist nicht mehr das Japan der großen modernen Städte und der vielen Touristen. Und es ist sehr spannend, das auch mal zu erleben. Ich merke dass man hier mit Englisch nicht mehr weit kommt. Ich bin sehr froh um die paar Brocken Japanisch, die ich spreche. Bin mal gespannt, wie das auf Kyushu wird.

Blue Jeans und Jazz

Gestern bin ich von Okayama nach Kurashiki gefahren. Das liegt circa 15 Minuten mit dem Regionalzug entfernt. In dem Ort gibt des einen alten Stadtteil, der noch so aussieht wie im alten Japan. Es gibt einen kleinen Kanal, um den rum in den kleinen Gassen alte traditionelle Häuser stehen. Ein perfekter Ort für einen Tagesausflug. Man kann mit dem Boot auf dem Kanal fahren, es gibt viele Geschäfte mit schönen Dingen, und natürlich kann man alles mögliche essen. Das Wetter war sehr gut, so dass ich langsam am Kanal lang und durch die Gassen geschlendert bin. Dabei habe ich eine Straße entdeckt, mit vielen Jeansläden und Geschäfte, in denen man blau gefärbte Lebensmittel, wie Kuchen, Eis, Saft und Ähnliches kaufen und essen konnte. Kurashiki war ein Zentrum für Spinnerei und Färberei. Man konnte sich auch Kimonos aus dem blauen Jeansstoff ausleihen. Auch das Gelände der Spinnerei im Kolonialstil ist zu besichtigen. Es gibt Museen für Spielzeug, Kunst und traditionelles Handwerkszeug. Aber bei dem schönen Wetter hatte ich keine Lust auf Museum. In einer der Straßen habe ich plötzlich Live Musik gehört. An diesem Wochenende fand dort ein Jazz Festival statt. Es war sehr spannend, die verschiedenen Bands zu hören, Und irgendwie auch seltsam, weil es für mich so gar nicht zur Kulisse passte.

Viel habe ich gestern nicht gemacht, da ich doch etwas Jetlag hatte. Zurück in Okayama war ich noch in einem riesigen Einkaufszentrum, aber mir wurde der Trubel schnell zu viel und zu habe ich einen ruhigen Abend gemacht.