Origami-Kraniche

Hiroshima ist natuerlich gepraegt von der Atombombe, die 1945 ueber der Stadt abgeworfen wurde und sie fast komplett zerstoert hat. Als eins der wenigen Gebaeude ist dieses stehengeblieben, das heute als Atom bomb dome bezeichnet  und als Mahnmal so erhalten wird, wie es direkt nach der Explosion ausgesehen hat.

Direkt daneben befindet sich ein Park mit weiteren Mahnmalen und Gedenkstaetten, sowie einem Museum. Das ganze ist sehr beruehrend, und es ist bewegend zu sehen, wie die Erinnerung daran erhalten wird. Also befanden sich auch dutzende Schulklassen dort, die Ketten aus Origami-Kranichen an die Mahnmale gelegt haben als Zeichen des Friedens.

Auf dem Weg zur Burg bin ich dann zufaellig ueber ein Ramen-Fest gestolpert. Ramen ist eine kraeftige und sehr leckere Nudelsuppe und jede Region in Japan hat ihr eigenes Rezept (vermutlich jeder Koch in Japan).
Man hat sich dann fuer ca. 6 Euro ein Ticket gekauft, mit dem man an einem der 10 Staende sich ein Topf Suppe kaufen konnte, und hat noch ein paar Cent fuer Toppings bezahlt. Leider hoerte es da mit Englisch auf, aber immerhin habe ich das bekommen:

Wie isst man das nun ohne Loeffel? Man haelt sich die Schuessel unter die Nase, stopft mit den Staebchen Nudeln in den Mund und schluerft die hoch. Wie man das schafft, ohne nachher duschen zu muessen ist mir allerdings immer noch ein Raetsel. Die Bruehe trinkt man nachher direkt aus der Schale.
Es gab ausserdem noch einige Staende, wo es andere Leckereien habe, und zum Glueck gab es Kostproben, so dass man die ganz komischen und/oder glibberigen gleich aussortieren konnte.
So konnte ich mir dann noch die sehr kleine Burg anschauen, die, wenn man die grossen Burgen in Himeji und Osaka schon gesehen hat, nicht besonders spektakulaer war.

Ausserdem taten mir immer noch die Beine vom Tag davor weh, so dass ich lieber ebenerdig weiter zum Garten um die Ecke gegangen bin. Der war sehr schoen, es gab einen Teich mit Koi-Karpfen, die man fuettern konnte und viele Herbst-Baeume. Auf einmal kreischten vor mir ein paar Japanerinnen und dann sah ich die ca. 1 m lange schwarze Schlange ueber den Weg kriechen und sich in einen Busch winden. Ich frage mich wirklich, wie eine Schlange mitten in Hiroshima ueberleben kann, aber lieber hier als am Tag davor auf dem Berg.
Danach ging es dann mit dem Shinkansen zurueck nach Kyoto.
Heute Morgen habe ich dann zwei touristische Highlights abgehakt, zuerst den goldenen Tempel.

Dementsprechend voll was es auch, und ich hatte noch das Pech, zusammen mit einer chinesischen Gruppe und einer riesigen Horde Schulkinder anzukommen. So wurde ich mehr oder weniger durchgeschoben. Zum Schluss gab es dann aber die Info, dass das Ticket fuer den ganzen Tag gilt, und so konnte ich noch eine Runde machen, diesmal war es etwas leerer, so dass ich auch mal stehen bleiben konnte, um Fotos zu machen.
Danach ging es zum Nishiki-Markt, eine ueberdachte Strasse, die aus vielen Geschaeften, Restaurants und Staenden besteht. Es gibt dort alles moegliche, viele Meeresfruechte, japanische Messer, Gewuerze, Tee, … Sehr interessant zu schauen, aber ich habe vom Oktopus am Spiess abgesehen, weil Meeresfruechte einfach nicht meins ist.
Zum Schluss habe ich mich dann noch durch die Shopping-Meilen treiben lassen, und bin gerade sehr froh um meinen grossen Koffer und die 30 kg, die ich mitnehmen darf.

4 Gedanken zu „Origami-Kraniche

    • Melanie Steffens sagt:

      Also rohes Haehnchen hab ich hier zum Glueck noch nie bekommen… Ne, das ist Schweinefleisch, schoen zart gekocht. Japan ist echt nix fuer Vegetarier und schon gar nicht Veganer.

  1. Kalle Steffens sagt:

    Hi Melanie, die Leckereien finde ich ja noch ganz witzig, aber eine Schlange mitten in Hiroshima?! Da hätte ich aber meine Probleme …
    LG Kalle

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