Sexy Steine und Riesenhornissen

So nun bin ich schon einen Tag in Japan. Nach einem verhältnismäßig angenehmen Flug bin ich gestern Abend gut am Kansai Airport angekommen. Mit einem Hello Kitty Zug ging es über Osaka nach Okayama, wo mich am Bahnhof eine große Horde Jugendlicher mit Halloween Kostümen empfangen hat. Zum Glück war mein Hotel nicht soweit entfernt, so dass ich hinlaufen konnte. Das Hotel ist relativ einfach, aber es reicht aus. Heute Nacht habe ich schon ganz gut geschlafen, vielleicht habe ich ja Glück und habe dieses Mal wieder keinen Jetlag.

Heute Morgen gab es dann zum Frühstück schon Reis und Miso Suppe. Da hier im Hotel hauptsächlich Japaner sind, gibt es fast nur japanisches Frühstück. Als erstes ging es entlang eines kleinen Flusses Richtung Burg Okayama. Die Burg ist schwarz und wird deswegen auch Krähenburg genannt. Sie wurde in der Vergangenheit zerstört und in den sechziger Jahren wieder aufgebaut. Die Fassade ist originalgetreu, aber das Innere ist wie ein normales Museum. Innen gibt es Dinge aus der Geschichte der Burg zu sehen wie zum Beispiel Samurai Kostüme.

Danach ging es über den Fluss Asahi in Richtung des Gartens Koraku-en. Auf der anderen Uferseite gab es ein Restaurant, wo man sehr schön mit Blick über den Fluss auf die Burg essen konnte. Also gab es zum Mittagessen japanisches Curry. Danach danach ging es in den Garten, der zu den drei schönsten Gärten Japans zählt. Zunächst bin ich zu einem Teehaus gegangen, wo mich zwei nette Japanerin empfangen haben. Eine hat mir von einem Zettel auf Englisch abgelesen, wann das Teehaus gebaut wurde und was daran so besonders ist. Unter anderem soll man einen sehr schönen Blicken haben über den Garten und besonders gut die Vögel hören. Dann durfte ich mit der anderen Frau Origami machen. Ich habe mir ein Ahornblatt ausgesucht da ich den japanischen Ahorn so gerne mag. Leider habe ich mich nicht so geschickt angestellt und da Japaner einem ja nicht sagen können, dass man etwas falsch macht, wurde das Werk kurzerhand mittendrin als fertig erklärt und ich konnte dann mit einem kleinen Geschenk, nämlich einem Origami Kranich, wieder gehen.

Dann bin ich im Garten Richtung Haupteingang gegangen, wo mich ein älterer Mann ansprach ob er mich begleiten dürfte. In Japan ist es nicht unüblich, dass Rentner Aufgaben übernehmen, zum Beispiel als Führer. Er hat mir dann ein paar schöne Ecken im Garten erklärt, zum Beispiel gab es Kraniche in einem Käfig. Irgendwie wurde es dann aber etwas seltsam, denn er hat mir ein paar Steine gezeigt, die wie weibliche und männliche Geschlechtsorgane aussehen sollen und dabei lustig gekichert. Nach einer Weile hat’s mir dann gereicht und ich hab mich höflich verabschiedet.

Alleine bin ich dann weiter durch den Garten gelaufen entlang des Sees und an einem kleinen Teefeld vorbei, vor dem ein Schild stand, auf dem vor den Wespen gewarnt wurde. Ich hatte mich schon gewundert warum, als ein circa 5 cm großes Monster an mir vorbei flog. Ich bin dann ziemlich schnell weitergegangen und habe mich etwas entfernt in eine Teestube gesetzt, wo ich mir Matcha Tee und eine kleine Süßigkeit bestellt habe. Da ich mal WLAN hatte, konnte ich feststellen, dass es eine japanische Riesenhornisse gibt, von denen einige über dem Teefeld flogen.

Danach habe ich mir noch die obligatorische Chrysanthemen Ausstellung angesehen. Diese gibt es zu dieser Jahreszeit sehr oft in Japan zu sehen, eigentlich in jedem Garten, Park, Tempel, Schrein oder sonstigem. Hierbei zeigen die Züchter ihre Blumen, und es gibt verschiedene Disziplinen, zum Beispiel in einem Topf fünf Chrysanthemen mit gleich hohen und großen Blüten zu züchten.

Okayama ist ansonsten keine besonders schöne Stadt und ich habe mich dann durch die kleineren Straßen zurück Richtung Hotel treiben lassen. Unterwegs habe ich noch eine lange Einkaufspassage entdeckt, wo ich endlich Matcha KitKat gefunden habe. In einem Café gab es noch einen halbwegs passablen Kaffee und in einem kleinen Laden gab es ein paar Mandarinen, und ich habe noch eine Kaki geschenkt bekommen.

Es ist schön wieder in Japan zu sein. Vieles ist schon sehr vertraut, aber trotzdem ist und bleibt Japan meist wie ein fremder Planet. Jetzt werde ich mir noch etwas zum Abendessen suchen, und dann ist der erste Tag auch schon vorbei.



Ein Gedanke zu „Sexy Steine und Riesenhornissen

  1. Hanne Peters sagt:

    Melanie, der Alptraum aller Origamidamen und der blonde Traum aller japanischen alten Knacker ;).
    Schön, dass wir wieder mit dürfen ….. Gruß, Hanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.