Ans Ende der Welt

Am ersten Abend in Kagoshima war ich noch in eine Art Kneipe essen. Meist sitzt man hier, gerade wenn man alleine ist, am Tresen, hinter dem auch dann gleich das Essen kocht oder auf einer großen weißen Platte gebraten wird. Ich habe mir zunächst Gyoza bestellt, das sind so eine Art Teigtaschen mit Fleisch gefüllt, die man in eine Art Sojasoße gibt. Danach gab es noch Okonomiyaki, das man sich wohl eigentlich teilt, dass ich aber ganz alleine verputzt habe. Deswegen wir nachher ziemlich schlecht war. Kagoshima ist irgendwie ganz anders als die anderen Städte, es scheint mir wie eine Art Reeperbahn zu sein. In der Innenstadt gibt es sehr viele Clubs und Bars, vor denen doch eher zwielichtig aussehende Männer stehen. Und davor hängen überall auch Schilder und Plakate mit hübschen und leicht bekleideten Mädchen. Es scheint doch ein sehr reges Nachtleben zu geben.

Nach einer Nacht in meinem himmlischen Hotelzimmer bin ich am nächsten Morgen mit einem Blick auf den Vulkan Sakurajima aufgewacht. Zudem sollte es heute auch hingehen. Zunächst habe ich aber erst gefrühstückt. In den Hotels gibt es morgens hauptsächlich japanisches Frühstück. D.h. Misosuppe, Fisch, Reis, eingelegtes Gemüse und Natto, das sind fermentierte Sojabohnen. Obwohl ich japanisches Essen meist ganz gerne mag, zum Frühstück mag ich es dann doch lieber europäisch. Da ist dann aber die Einzige Auswahl meist Toastbrot mit Marmelade. So auch hier. Dazu gab es aber immerhin Joghurt mit Cornflakes und Mandarinen, die für diese Region typisch sind.

Danach bin ich zunächst zum Fährterminal für die Fähre nach Yakushima gegangen. Ich konnte noch zwei Tickets hin und zurück für die Fähre am nächsten Tag buchen. Da ich die Schnellfähre nehmen ist das ganze mit circa 130 € nicht gerade billig.

Weiter ging es zur Fähre nach Sakurajima der Vulkaninsel auf der anderen Seite der Bucht. Am Ticketschalter konnte ich wählen zwischen der einfachen Überfahrt für circa 1,50 € oder die Kreuzfahrt für eine Dreiviertelstunde , Die ungefähr fünf Euro gekostet hat. Ich habe mich dann für die Kreuzfahrt entschieden. Und so sind wir mit der Fähre durch die Bucht an der Insel vorbei gefahren und wieder zurück und schließlich haben wir der Insel angelegt. Vor mir ragte der riesige und noch aktive Vulkan auf. Im Fährterminal habe ich die Info bekommen dass es einen Touristenbus gibt, der einen kleinen rundweg fährt hoch zu einem Aussichtsturm und wieder auf einem anderen Weg zurück

Da ich von einem Onsen auf der unteren Seite der Insel gehört habe von dem man sowohl den Vulkan als auch das Meer sehen kann hab ich auch noch die Busverbindung hier hin bekommen. Das ist etwas was ich schon sehr lange vorhatte, und ich hab mich total gefreut dass es nun soweit ist. Zunächst aber also ging es mit dem Touristenbus hoch zur Aussichtsplattform. Man sah schon überall, dass alles, Straßen, Häuser, sogar Gräber, mit feiner grauer Asche bedeckt waren. In circa 30 Minuten waren wir bei der Aussichtsplattform. Hier hat man einen fantastischen Blick auf die beiden Kater sowie auf den Rest der Insel. Wir hatten sogar das Glück, dass eine kleine Erruption gab, und der Vulkan Asche Wolken ausgespuckt hat. Schon ziemlich beeindruckend. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück zum Fährterminal. Von dort bin ich bin ich ein wenig am Strand entlang gelaufen. Es gab ein Fußbad, eine Rinne die mit heißem thermal Wasser gefüllt war, und in die man seine Füße und Beine hängen könnte. Und das ganze mit Blick auf das Meer. Da der lokalen Bus zu dem Onsen nicht besonders oft vor, bin ich zur Bushaltestelle gegangen, um mir nicht zu verpassen. Schließlich kam er, und nach ungefähr 20 Minuten hatte ich mein Ziel erreicht. Der Onsen befindet sich in einem Hotel direkt am Meer. Das war aber etwas anders aus als ich es erwartet hatte. Ich hatte den Eindruck, dass es schon seit einigen Jahren verlassen war, das war insgesamt ein ziemlich grau und trostlos aus. Ich hatte schon fast erwartet, dass ich vor verschlossenen Türen steht, aber ich bin reingekommen und an Der Rezeption bekam ich zwei Handtücher ausgeliehen und würde in den Keller geschickt. Natürlich alle Schilder nur auf Japanisch. Der Keller war auch eher ziemlich trübe, aber ich habe dann den Eingang für die Frauen entdeckt. Dahinter war ein Umkleideraum und noch weiter hinten gab es zwei Becken, eins drin und eins draußen. Ich war ganz alleine. Ich habe dann meine Sachen in einem Fach verstaut, habe mich ausgezogen und meine Klamotten in den Korb in einem anderen Regal gelegt. Dann bin ich nackt nach draußen zu dem Becken gegangen. Da es sich um Thermalwasser handelt, dass offensichtlich sehr reich an Eisen ist, War alles Rostrot gefärbt. Hatte einen wirklich tollen Blick auf das Meer, da das Becken etwas erhöht lag. Also bin ich hinein gestiegen. Das Wasser war heiß, aber man konnte es noch gut aushalten. Das war schon echt ziemlich gut. Leider konnte man den Vulkan nicht sehen. Das hier aber noch circa 23° waren, wurde es mir doch schnell zu heiß. Ich habe mich dann wieder angezogen und wollte rausgehen, als ich eine weitere Tür entdeckte auf die ein Pfeil zeigte. Die Türviertel nach draußen, und Abfahrt nach unten. Ich bin dem noch ein wenig gefolgt, und habe entdeckt, dass es unten ein weiteres und viel schöneres Becken gab. Außerdem konnte ich einen nackten Japaner entdecken, der mich auch gesehen hatte. Da ich noch nicht wusste, da ich die Schilder nicht lesen konnte, ob es sich um ein gemischtes Becken handelte, habe ich dann doch den Rückzug angetreten. Außerdem waren wir noch so warm von dem letzten Wort, dass ich keine Lust auf ein weiteres hatte. Geärgert hat es mich doch, dass ich dieses Becken nicht zuerst entdeckt hatte. Egal, schön war’s trotzdem. Mit dem Bus ging es wieder zurück, zwischendrin sah ich immer wieder, dass der Vulkan viel Asche ausgespuckt hat. Über den Bergen am Rand der Bucht lag wie ein Schleier die Aschewolke. Da die Sonne schon fast runter ging, habe ich die nächste Fähre nach Kagoshima zurückgenommen.

Am Abend habe ich mich noch in eine etwas belebt ihre Bar getraut. Auch hier saß ich wieder am Tresen, und konnte mir aus dem englischsprachigen Menü verschiedene Dinge aussuchen. Ich nahm ein paar Fleischspieße, so wie Edamame und eingelegte Gurken. Außerdem probierte ich noch mal den lokalen schnaps. Neben mir saßen zwei junge Japanerin mit dir nicht an zu gepostet hatte als mein Getränk haben. So kamen wir ins Gespräch, mehr schlecht als recht aber es war sehr lustig als wir festgestellt haben dass meine Nachbarin und ich beide vor kurzem in Shimonoseki waren und zwar auch auf dem Fischmarkt. Wir beide hatten ein fast identisches Foto von unseren Gefüllten Sushiboxen auf unserem Handy.

Am nächsten Morgen habe ich das erste Mal ein japanisches Taxi genommen, denn ich wusste sonst nicht, wie ich mit meinem Gepäck zur Fähre kommen sollte. Ich hatte immer gehört dass die Taxen so teuer sein sollen. Außerdem gibt es einige Dinge zu beachten. Der Fahrgast sitzt immer hinten links, also hinter dem Beifahrersitz. Außerdem geht die Tür automatisch auf und automatisch wieder zu. für die knapp 15 Minuten Fahrt habe ich umgerechnet ungefähr sieben Euro bezahlt, was ich eigentlich ganz o. k. fand. Immerhin musste ich mein Gepäck nicht weit schleppen deswegen. Ich war viel zu früh an der Fähre, aber man konnte im Warteraum auf den Vulkan schauen, und so konnte ich mir noch 1 Stunde lang angucken, wie er ordentlich Asche gespuckt hat.

Um 12:00 Uhr fuhr die Fähre los zur Insel Yakushima. Es war eine Schnell Fähre, weswegen man sich anschnallen musste und man konnte auch nicht rausgehen. Als wir losgefahren sind klang es so, als ob ein Düsentrieb Werke gestartet wird. Aber wir waren dann doch langsamer, als ich erwartet hatte. Die Fahrt durch die Bucht am Vulkan vorbei war sehr schön und als wir die spitze des Festlandes erreicht haben, hatte man einen fantastischen Blick auf einen riesigen Vulkan, von dem ich leider den Namen nicht weiß. Dann ging es noch eine Weile über das offene Meer, und nach fast zwei Stunden haben wir die Insel erreicht. Es war schon sehr beeindruckend sie immer näher kommen zu sehen, denn sie besteht mehr oder weniger nur aus steil aufragenden Bergen. Vom Fährhafen konnte ich in circa 15 Minuten zu meinem Hotel gehen. Hier konnte ich auch gleich auf mein Zimmer, und dann habe ich mich erst mal im Ort und gesehen. viel zu sehen gibt es aber nicht. Häuser, ein paar Geschäfte und Unterkünfte für Touristen, einen Supermarkt, und ein Besucherzentrum. Dort konnte ich Informationen bekommen zu den verschiedenen Routen, den Busverbindungen, und was man sonst noch wissen muss. Viel mehr habe ich gestern auch nicht gemacht. Abends bin ich in das Restaurant gegangen, dass mir von den Leuten empfohlen wurde, und das nur drei Häuser entfernt liegt. Dort gibt es auch einen Tresen, an dem ich sitzen durfte, und der Meister beim schneiden des Fisches zu sehen konnte. Ich komme sehr nett mit meinem Nachbarn ins Gespräch, der kein Englisch sprach, aber trotzdem konnten wir uns irgendwie verständigen. Da der Bus am nächsten morgen Früh vor, war der Tag dann auch bald vorbei.

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