Waldgeister

Kurz nach acht ging der Bus hoch in den Berg, zusammen mit den anderen Wanderern. Oben angekommen zahlt man einen kleinen Betrag von circa vier Euro für die Erhaltung der Wanderwege, dann konnte man starten. Es gab insgesamt drei Routen zur Auswahl. Mittel, schwer und einfach. Alle drei begann mit der gleichen Strecke, die man ungefähr in einer halben Stunde gelaufen war. Danach wollte ich mich entscheiden, wo ich weitergehe, denn ich hatte schon ziemlich Respekt vor dieser Tour. Gleich am Anfang gab es einen wunderschönen Wasserfall, und die Strecke verlief am Rande des kleinen Flusses, der immer wieder zwischendrin kleine Wasserfälle bildet. Der erste Teil der Strecke verlief über gerade Stufen aus Holz, oder gepflasterte Wege, und war noch recht einfach zu bewältigen. Also entschied ich mich, als ich am Scheidepunkt angekommen war, für den schwereren Weg. Sofort nach der Abzweigung änderte sich der Weg aber schlagartig. Statt glatter Stufen ging es nun über Stock und Stein. Der Weg bestand meist aus großen und unregelmäßigen Steinen, manchmal aus groben Holzstufen, und oft genug musste man über Wurzeln und große Steine steigen. Es ging am Anfang steil nach oben. Da ich aber wusste wo ich hin wollte, und das auch unbedingt erreichen wollte, Bin ich immer weiter gegangen. Der Weg war trotz allem wunderschön. Man stieg immer weiter über den Bach nach oben, der tief unten unter einem rauschte. Auf der anderen Seite gegen der Urwald steil nach oben, und ich blickte immer wieder auf moosbewachsene Bäume und Steine. Zwischendrin lief man immer wieder an Jahrtausenden alten Zedern vorbei, die alle einen eigenen Namen hatten. Man traf auch immer wieder auf andere Wanderer, mit denen man mal mehr mal weniger ins Gespräch kamen. Schließlich lief ich über einen Bach und auf der anderen Seite ging es noch ein paar 100 Meter weiter, und dann war ich da, wo ich hin wollte. Ein Teil des Waldes ist komplett grün, denn alles ist mit Moos bewachsen. Die Stämme der Bäume, die Äste, die Steine, und der Boden. Das Ganze sieht sehr mystisch aus, und war tatsächlich das Vorbild für einen japanischen Animationsfilm, was da zusätzliche Touristen ja angelockt hat.

Ich hatte mein Ziel erreicht und beschloss daher, eine Weile sitzen zu bleiben, um den Anblick zu genießen und mich zu freuen, dass ich es hierher geschafft habe. Der Weg ging noch weiter zu weiteren alten Zedern, aber ich wusste, dass bergab schwieriger ist als bergauf. Und ich spürte meine Beine schon. Kurz bevor ich wieder den Bach durch quert habe, gab es eine einfache Hütte, wo ich noch kurz Pause gemacht und was gegessen habe. Dann stehe ich circa anderthalb Stunden wieder hinunter und zurück zum Eingang. Die Busse zurück fahren circa alle 2-3 Stunden. Da ich nicht noch 2 Stunden länger bleiben wollte, denn viel Wegstrecke hätte ich nicht mehr geschafft, habe ich mich dann entschieden, wieder zurück zu fahren.

Unten angekommen habe ich mich erst einmal kurz ausgeruht, und dann beschlossen, meine erschöpften Beine im Onsen zu entspannen. In meiner Unterkunft habe ich die Information bekommen, dass 10 Minuten mit dem Bus entfernt ein kleiner Onsen ist. Also habe ich den nächsten Bus genommen und nach etwas Suchen habe ich ihn auch gefunden. Leider war er nicht so schön. Das Wasser klar und nicht besonders warm, es gab nur ein Becken drinnen, und der Raum und das ganze Gebäude waren eher trostlos. Zum Glück war das ganze mit circa 2,50 € nicht besonders kostspielig. Also bin ich nach kurzer Zeit wieder gegangen und wieder zum Hotel zurückgefahren. Abends war ich wieder in dem tollen Restaurant drei Häuser weiter und habe mir, wie vorgenommen, die regionale Spezialität fliegenden Fisch frittiert und roh als Sashimi gegönnt. Sehr sehr lecker, aber den frittierten Kopf des Fisches habe ich dann doch nicht gegessen, dafür habe ich aber an den frittierten flossen etwas geknabbert. 

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