Der Blick in die Hölle

Gestern Morgen habe ich die Fähre von Yakushima zurück nach Kagoshima genommen und tatsächlich hatte ich noch das Glück, auf der Fahrt fliegende Fische zu sehen. Zumindest sprang neben der Fähre etwas aus dem Wasser, flog ein paar Meter knapp über der Wasseroberfläche, und verschwand dann wieder im Meer. In Kagoshima angekommen, gab es, wie so oft üblich in Japan, eine reibungslose Anbindung. Mit dem Shuttle Bus ging es zum Bahnhof, dann mit dem Shinkansen weiter und am Schluss mit dem Regionalzug nach Beppu. Hier konnte ich innerhalb von 10 Minuten zu meiner Unterkunft, einer traditionellen Herberge, die Ryokan genannt wird, laufen. Der Ryokan ist wirklich sehr schön, mein Zimmer ist ganz typisch mit Tatamimatten, Futon, einem niedrigen Tisch vor dem man kniend auf dem Boden sitzt. Abends bin ich noch einmal um den Block gelaufen und war dann um die Ecke essen, eine Empfehlung des Hauswirtes hier. Das Restaurant war wirklich sehr gut und der Wirt eine positive Erfahrung. Danach habe ich noch den Onsen des Hauses hier ausprobiert. Sehr praktisch, kurz nur die Treppe runter zu laufen, sich auszuziehen, sich zu duschen und dann sich in das heiße Wasser zu setzen und zu entspannen. Heute Morgen gab es Frühstück im Schneidersitz auf dem Boden und zwar japanisches Frühstück. D.h. Reis, Fisch, Miso Suppe, Rührei und frische Früchte. Danach bin ich in der nahgelegenen Takegwara Onsen gegangen. Dies ist noch ein ganz alter, traditioneller Onsen. Für umgerechnet circa 0,90 € durfte ich das heiße Bad benutzen. Es war wirklich sehr einfach, es gab noch nicht mal eine Dusche, man spülte sich einfach mit Hilfe einer Schüssel Mit dem Wasser aus dem heißen Becken ab und stieg dann da hinein. Das Wasser war ziemlich heiß, so dass ich nach circa 15 Minuten wieder rot wie ein Hummer ausgestiegen bin. Außer mir waren nur noch zwei alte Japanerin da die den Unsinn offensichtlich als Badehaus nutzen, was ja auch sein ursprünglicher Zweck war.

Gegen Mittag bin ich dann zum Bahnhof gelaufen, um den Bus zu den sieben Höllen zu nehmen. Die sind Thermalquellen, die mit circa 100 °C sicher zu warm zum Baden sind. Dafür bilden Sie aber Becken in verschiedenen Farben. Es gibt hier blaue und rote Höllen. Bei der Touristen Information, wo man wirklich gut englisch sprach, bekomme ich alle notwendigen Informationen, um die richtige Bushaltestelle zu finden und konnte auch ein Ticket für alle Höllen kaufen und auch ein Tagesticket für den Bus. Also ging es mit dem Bus zunächst zu den blauen Höllen. Davon gibt es fünf, die alle relativ dicht bei einander liegen. Jede einzelne kostet 400 yen Eintritt, aber dafür hatte ich ja das Thema Gesamtticket. Und bei jeder einzelnen gab es einen Souvenir-Shop, ein kleines Restaurant, in dem man Dinge essen konnte wie Eier, Pudding und so weiter, die in der thermal Quelle gekocht worden, Man konnte lustige Bilder machen und noch andere Dinge, die sich den nach Schwefel stinkenden Dampf ins Gesicht pusten lassen. Nichtsdestotrotz waren die Höllen schon ein mehr oder weniger spektakulärer Anblick. Manche blubbert nur ein bisschen vor sich hin, andere zischten und dampften wie ein kochender Teekessel und waren leuchten blau. Mit dem Bus konnte man in circa 10 Minuten die zwei weiteren roten Höllen erreichen. Dabei hatte man immer wieder einen Blick über die gesamte Stadt, über der aus den hunderten heißen Quellen Dutzende Dampfwolken hingen. Die eine rote Hölle war ein rostroter See der vor sich hin dampfte, der andere war tatsächlich ein Geysir, der alle 30-40 Minuten für ein paar Minuten emporschoss. Allerdings war über den Geysir eine Art Höhle gebaut worden, so dass er nur circa 2 m Höhe erreicht, vermutlich damit man ihn einfacher betrachten konnte, ohne nass zu werden. Was mir nicht so gefiel, waren die Tiere, die zusätzlich auf dem Gebiet der einzelnen Höllen gehalten wurden. Bei einer gab es dutzende Krokodile, die sich in sehr einfachen und trostlosen Gehegen dicht an dicht befanden. Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass die Tiere hier nicht gerade tierfreundlich gehalten werden. Ein paarmal schon habe ich Fische In winzigen Aquarien ohne jegliche Dekoration oder Pflanzen gesehen. Hier ist es gerade deutlich kühler als es noch Yakushima war. Daher war ich ziemlich durchgefroren, als ich wieder bei meiner Unterkunft ankam. Zeit, sich wieder aufzuwärmen. Danach ging es noch zum Abendessen, und nun ist der Tag auch schon vorbei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.